A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Kleid, d. Männer (1450—1500). 231
nur noch einem viereckten Lappen glich, kaum hinreichend um den Ober-körper bis über den Unterleib zu bedecken (Fig. 103 c; vergl. a. b). Undganz in dem Sinne wurden nun auch die ringsum geschlossenen „Glocken,“deren man sich immerhin noch als eines Ueberhangschutzes bediente, umein Beträchtliches verschnitten (Fig. 104 c).
Gewissermassen im Widerspruch mit einer solchen knappen Beklei-dung beliebten sich sowohl einzelne Stutzer als auch, in minder auffälligerDurchbildung, reicher Begüterte überhaupt, die gerade der Mode nichtabhold waren, durch eine bald mehr bald minder weite Obergewan-dung hervorzuthun. Die Beinlinge blieben unberührt; auch scheintes dass man unter jener nicht selten die kurzen, enganschliessenden Jackenu. s. w. beibehielt.
Fig. 105.
An diesen Gewändern nun namentlich, was deren Weite begünstigte,suchte sich die Willkür und Laune aufs Vielfältigste zu ergehen. DieEinen trugen sie in der Form von kurzen vorn* geöffneten Jacken mitweiteren und längeren oder engeren und kürzeren Ermeln, gegürtet oderungegürtet (Fig. 104 d); Andere versahen sie längs der vorderen Oeff-nung, zu vollständigem Verschliessen, mit dichtaneinander gereihten Knöpf-chen (Fig. 105 bj; noch Andere gaben ihnen die Gestalt von faltigen,blousenartigen Hemden (Fig. 105 a), von bald längeren bald kürzerenpaletotförmigen Ueberwürfen, von Kragenröckchen u. s. f. —Bei dem Allen