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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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232 I* Daa Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jabrb,

spielte der Stoff und die Farbe wesentlich mit, darin man je nach Zweckund Vermögen in äusserster Buntheit wechselte. Dazu bildete man dieErmel oft aufs Wunderlichste aus. Zumeist zwar pflegte man sie nichtlänger als bis zum Ansatz der Hand zu tragen, doch war es auch kei-neswegs ungewöhnlich sie bis zum Uebermaass zu verlängern, so dass siein nicht seltenen Fällen selbst nahezu bis zur Erde reichten, mithin zufreier Bewegung der Hand faltig zurückgeschlagen werden mussten(Fig. 105 d c). Andererseits wurden sie, und so hauptsächlich die biszur Handwurzel reichenden, theils durchgängig, thcils nur oben (von derSchulter bis zum Ellenbogen) ausnehmend wulstig auswattirt (Fig. 105 a. b);in letzterer Form dann auch häufiger oberhalb vielfach lang aufgeschlitzt(Fig. 104 g) und ihnen gelegentlich auch noch ein völlig geschlitzterUeberermel hinzugefügt (Fig. 105 a), noch anderer Formen zu geschwei-gen, die zum Theil dann auch wiederum mit dieser Art der Verdoppe-lung in Weiterem zusammenhingen.

Fig. 106.

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Der „Tappert“ in seiner Eigenschaft als ein vorn gänzlich geschlos-senes Gewand ging demgegenüber aus der vornehmeren Welt und somitauch aus dem Stutzerthum fast lediglich auf den minder begüterten Bür-ger- und den Handwerkerstand über. Bei diesen erhielt er sich nochfortdauernd, ja bis weit über den Schluss des Jahrhunderts in der ihmanfänglich eigenen Grundform (Fig. 106 a. b), dagegen nun bei denhöheren Ständen statt seiner die bereits bald nach der Mitte dieses Zeit-raums üblich gewordene „Schaube“ durchgängig in Anwendung kam(S. 222). Dieses Gewand, gewissermassen aus dem Tappert dadurch ent-standen dass man ihn vorn seiner ganzen Länge nach vollständig öffnete,