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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Kleid, d. Männer (1450—1500). 233

bildete somit einen bequemen, bald kürzeren bald längeren Ueberziehrock(Fig. 106 c; Fig. 107 a. b; vergl. Fig. 72). Anfänglich von nur ein-fachem Schnitt, wie solcher sich eben aus einer derartigen blossen Auf-schlitzung ergab, ward dann aber auch er allmälig mehrfachem Wechsel

Fig. 107.

unterworfen. Nächstdem dass man ihn von sehr verschiedener Länge undWeite herstellte, versah man ihn theils nur mit Armlöchern von grös-s erem oder geringerem Umfang (Fig. 106 c) , theils mit kürzeren oderlängeren, engeren oder weiteren Ermeln von noch sonst mannigfacherGestaltung. So unter anderem wurden namentlich gegen Ende des Jahr-hunderts neben sehr weiten Sackermein lange und weite Ermel beliebt,die ausser der üblichen Handöffnung vorn entweder mit noch einemGurchsteckschlitze oder aber mit mehreren übereinander geordneten der-artigen Oeffnungen zerschnitten waren; desgleichen auch gänzlich ge-schlitzte Ermel, deren Schlitz vermittelst daran befindlicher Bänder oderSchnüre völlig in demähnlicher Weise beliebig geschlossen werden konnte.Stets eigen dagegen blieb dem Gewände, es vorn ohne Knöpfe zu be-lassen und es hier mehr oder minder breit nach aussen dergestalt umzu-schlagen, dass sich der Umschlag nach obenhin zu einer Art Kragenerweiterte, unterschiedlich, so dass er mitunter Brust und Hals ringsherumvollständig deckte (Fig. 106 c; Fig. 107 b). Abgesehen dass man dasKleid an sich, zugleich nicht ohne besondere Rücksicht auf den Stand