A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Kleid, d. Männer (1450—1500). 235
artig Bekleideter von vorne und vom Rücken gesehen etwa halb blauhalb roth u. dergl., dagegen von der Seite betrachtet, je nachdem linksoder rechts, durchgängig blau oder roth erschien. Als im Jahr 1459dem Fürsten von Hessen der Pfalzgraf am Rhein mit dreizehnhundertReitern zu Hülfe kam, waren diese in blau und weiss, sämmtlich gleichgetheilt, gekleidet. Und von einem Bernhard von Rohrbach, eine'in reichenStutzer in Frankfurt , berichtet die Chronik dieser Stadt, dass er um 1464sich ein „gedeih Kleit“ machen liess, „rot und wyss* zu eyn Farbe uff der lyn-ken Sitten und mitten uff der Gosen als das Rothe und wyss zusammengenegt; ytel Knop und mit Gattein rot und wyss, und oben uff iklichemKuop eyn silbern Spang gestegt, als Perlin , und also auch Rock, Kollerund Kogel,“ und ebenso auch seinem Diener. — Zuweilen beschränkteman die Halbirung theils, wie seither, nur auf die Hosen, anderntheilsnur auf das Wamms; bei weitem häufiger jedoch pflegte man sie derartanzuordnen, dass von der Bekleidung des oberen Körpers die linke Seitemit der rechten der Bekleidung des unteren Körpers und wiederum vonjener die rechte Seite mit der linken von dieser zusammenstimmte. Zu-dem aber wechselte man nicht selten auch hierbei eigenwillig ab, indemman bei solcher nun vierfachen Theilung, ohne Rücksicht auf Zusammen-klang, diese Seiten entweder zu zweien oder sogar insgesammt von ein-ander verschieden färbte, sie dann auch wohl noch überdies, unterBeobachtung ähnlichen Wechsels, durch (aufgenähte) farbige Streifenu. s. w. ausstattend. So waren, um nur dies zu erwähnen, um 1473 dieKrieger von Augsburg dreifarbig gekleidet, vorwiegend in weiss undroth, der Länge nach mit grün getheilt. — In Anbetracht der Theilungder Form blieb man einstweilen, wenigstens vorerst noch mit nur höchstseltnen Ausnahmen, dabei stehen sie lediglich für die Ermel anzuwenden.Es geschah dies hauptsächlich derart, dass man (abgesehen von mancherleiVerschiedenheiten im Einzelnen, wie in der Durchbildung der Aufschlitz-ungen, der Puffen, Aufschläge u.s. w.), den einen Ermel beträchtlich weit,den anderen sehr eng gestaltete. Erst ziemlich kurz vor dem Schlussdes Jahrhunderts schritt man gelegentlich auch dazu, dies, wenn zu-nächst noch immer nur mässig, auf den oberen Theil der Beinlinge,die Oberschenkelhosen, zu übertragen. — „Da um 1468 zu Friedberg eine Streitigkeit zwischen den Schneidern und den Bäckern und denSchuhmachern entstand, indem die Schneiden insgemein daselbst ange-fangen hatten sich getheilter Schuhe zu bedienen, den einen weissden anderen schwarz, so gab der darüber befragte Rath zu Frankfurt seinGutachten dahin ab, dass die Schneider kein Recht dazu hätten, dassman es aber dulden wolle, so lange kein Unfrieden daraus erwachse.“ —Neben der Theilung, welche sich mit der enganschlicssenden Kleidungins folgende Jahrhundert fortsetzte, zum Theil, was die weiten Ermel