A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Kleid, d. Weiher (1450—1500). 243
bald mit weiteren oder engeren oberhalb geschlossenen, bald mit längerenoder kürzeren vorn völlig geschlitzten Ermeln aus. Im Ucbrigen aberverfuhr man nun sowohl mit den enganliegenden, als auch mit denlangen und weiten Ermeln durchaus ähnlich wie die Männer. Die engenErmel, gleichviel ob sie dem Ober- oder Unterkleid angehörten, wurdenallmälig im Einzelnen stellenweis, so insbesondere entweder längs derganzen Rückseite oder am Ellenbogen u. s. w. aufgeschnitten und unter-pufft (Fig. 111 b; Fig. 113 b), und die weiten Hänge-Ermel, geschlossenoder vorn geöffnet, theils, so hauptsächlich die letzteren, oft bis zumäussersten Uebermaass geradezu schleppenartig verlängert (Fig. 112 c;Fig. 113 b) und dazu nicht selten tief ausgezaddelt (Fig. 114 b), theils,so vorwiegend die ersteren, bis weit über die Hand hin ausgedehnt(Fig. 114 c). — Zu alledem ward es auch bei den jüngeren eitelen undgefallsüchtigen ’VV&bem zugleich mit in Folge der Aufschlitzungen gegenden Schluss des Jahrhunderts üblich, die Unterarme zu entblössen, wasdann wiederum die Begier nach mancherlei kostbarem Armschmuckwach rief. "
Fiy. 113.
Der Mantel wurde mit dem zunehmendem Gebrauch der fast ein-ander gleichmässig reich behandelten zwiefachen Röcke und dem derlangen schaubenartigen Ueberzieher ziemlich entbehrlich (Fig. 111 c).Man trug ihn nur noch bei ungünstiger Witterung und demnach ge-