246 I- Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrli.
Schnüren von farbiger Seide, Gold oder Silber, und sonst noch reichlichverziert, geflochten. Die Hauben hatten zumeist die Gestalt einer etwasgedrückten Kugel mit flachanliegendem breitem Stirnrande. Ja einigewaren durchaus kugelrund, andere wiederum längergezogen und glichensomit im Grunde genommen mancherlei Arten von Kürbissen (Fig. 111 b).Auch sie, die mau überdies zuweilen in Mitten des Scheitelpunkts ein-senkte , so dass sie gleichsam aus zwei miteinander verbundenen Halb-kugeln gebildet erschienen, verfertigte man aus den verschiedensten Stoffenund, wenn netzförmig überzogen, nicht selten selbst aus farbigem Sammet.Diesen Hauben wurde, hauptsächlich gegen Ende des Jahrhunderts, dochvorwiegend nur von verheiratheten Frauen, ein breites Band hinzugefügt,das sich vom Nacken aus erstreckte und rings den Untertheil des Gesichtsfast bis zur Nase hin verhüllte (vcrgl. Fig. 113 dj. — Noch ausserdemwaren es vorzugsweise die eigentlichen Mützen und Hüte, die mehr-fachem Wechsel unterlagen. Die Mützen beliebte man sowohl in Ge-stalt von nur einfachen, geradezu Fez-älmlichen Kappen ohne irgend eineUmrandung oder aber theils mit ganzem, theils mit zur Seite geschlitztemRande, als auch in Form eines Mitteldings zwischen der Kappe und demHut. In eben derartiger Beschaffenheit bestanden sie der Mehrzahl nachaus derbem oder gesteiftem Stoff und zwar, bei unterschiedlicher Höhe,zumeist in runden kurzkrempigen Aufsätzen mit manchen schmückendenZuthaten, als breiten farbigen Umwindungen, hoch aufgesteckten Schleier-tüchern, gestickten Behängen u. dergl., mitunter aber in kronenartig sicherweiternden Aufsätzen von zum Theil überaus reicher Durchbildung inBesatz und Federschmuck (Fig. 114 c). Die Hüte entsprachen einerseitsden Hüten der Männer, andrerseits wichen sie insofern davon ab, dassman ihren sonst zumeist gerade aufgesteiften Kopf entweder inmitten odernach unten bald weniger bald mehr zusammenzog und deren breitere oderschmälere Krempe durch nur krempenartig behandelte, auch gemeinhinaufgesteifte kürzere oder längere Schirme von irgend welchem Zeug er-setzte (Fig. 112 a ), sie sämmtlich aber im Uebrigcn nicht minder reich,wie die anderweitigen Bedeckungsarten ausstattend. — Schliesslich be-wahrten auch die Weiber noch die auch von ihnen seither so beliebtenoft reich gestickten Stirnbänder, metallnen, mit Steinen geschmücktenKopfreifen, künstliche Kränze u. s. w., dem sie nunmehr noch überdieszum Theil höchst kostbare Schnüre von Perlen in mannigfacher Anord-nung beifügten (Fig. 112 b; Fig. 114 b). — Neben dem Allen erfuhr auchder Schleier, jetzt gemeinhin „Flinder “ genannt, eine noch weitereBeachtung sowohl in Anbetracht des Stoffs, als auch der Ausstattung undder Verwendung.
Das Haar trat, fast gleichmässig mit der Zunahme der so verschicd-nen Kopftrachten, mehr und mehr in den Hintergrund. Man pflegte es