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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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254 !• Bas Kostüm vom Beginn des 14 . bis zum Beginn dos 16 . Jahrh.

umzogen werden, den wiederum ober- und unterhalb eine doppelte Reihevon Perlen begrenzt. Eine in den Rand eingestickte Inschrift besagt,dass dies Gewand durch mauerische Künstler in Palermo im Jahre 1181angefertigt worden ist.

5. Ein Gürtel, dieses Gewand zu gürten. Er bildet eine breiteGoldborte mit eingewirkten Thiergestalten und mit Schliessen von ver-goldetem Silber. — Da noch ein anderer Hüftgürtel aus blauem, mitFiligran verzierten, Seidenstoff vorhanden ist, und auch noch eines drittenErwähnung geschieht, dessen „Zcddel“ von kirschrother Seide, der „Ein-schlag“ aber aus goldübersponnenen Seidenfäden gefertigt ward, lässt sichnicht mit Sicherheit sagen welcher davon eigentlich zum ständigenKrönungsornate zählte.

6. Ein sechseinhalb Zoll breites Band, durchaus in Gestaltder geistlichen „Stola.“ Es ist von gelb geblümtem Stoff und in gleichenAbständen durchgehend je mit drei verbundenen runden und eckigenZierrathen bedeckt, die in regelmässigem Wechsel zu einander angeordnetaus reich eingefassten Edelsteinen und, im Rundschild eingestickt, demheraldischen Bild des Reichsadlers bestehen. Längs den Rändern ist siemit einer doppelten Reihe von Perlen besetzt und ihre Enden sind je mitdreimal drei kleinen hängenden Quasten versehen. Sie wurde dem Kaiserum den Ilals und kreuzweis über die Brust gelegt, auch wohl mit einemGurt Überbunden. So aber reichte sie etwa bis zur Mitte der Unter-schenkel.

7. Handschuhe aus roth- und purpurfarbenem Seidenzendel zu-sammengenäht, ausserhalb mit Laubzierrathen in Gold- und Perlen-stickerei nebst kleinen emaillirtcn Goldblechen, innerhalb mit Goldzier-rathen in romanischem Stil bedeckt.

8. Ein Rückenmantel von überaus kostbarer Ausstattung. DerMantel ist halbkreisförmig geschnitten, fünf Fuss lang, sechszehn Fussbreit, bestehend aus einem dunkelrothen, durchgängig gemusterten Seiden-zeug. Am Hals fasst ihn eine Goldborte ein. Seine Schliessen vor derBrust bilden ein ziemlich langes Band, reich mit Edelsteinen bedeckt, undan dessen Enden je auf seinem Rande ein auf Goldblech emaillirtes,äusserst prächtig gehaltenes Rundsehild. Rücklings wird er durch eineinmitten angebrachte Stabverzierung von Goldstickerei und Perlenbesatz,die sich oberhalb jederseits in drei blätterförmige Stäbchen verzweigt, > nzwei gleiche Hälften getheilt. Von diesen ist jede mit einer gänzlich vonGold gewirkten, mit Perlen bestickten Darstellung eines mit einem Kamelkämpfenden Löwen fast ausgefüllt. Dazu ist der Mantel längs seinenRändern mit zwei dichten Reihen von Perlen und, in breiter Ausladungdazwischen, mit einem Besatz von Goldstickerei in stets wiederkehrendemvierkleeblattförmigem Perlzierrath, ausserdem längs des unteren Saums