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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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255
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A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Herrscherornat (1300—1500). 255

mit einer gleichfalls zu beiden Seiten mit Perlen begrenzten arabischenSchrift in goldenen „kufischen“ Buchstaben versehen. Sie besagt, dassdieses Gewand für den sieilischen Normannen-König Robert Guiscard imJahre der Flucht des Propheten (der Hedsehrah) um 528 (1133 nachChristo) in der glücklichen Stadt Palermo angefertigt worden ist.

9. Die sogenannte „Krone Karls des Grossen.“ Sie ist vonGold, achteckig, aus acht Feldern zusammengesetzt, die sämmtlich obenabgerundet und überaus zahlreich mit Edelsteinen nebst dazwischen dichtvertheiltcr Filigranarbeit geschmückt sind. Die Felder wechseln gleich-massig der Art, dass fortlaufend ein grösseres Feld von zwei kleinereneingefasst wird, dabei das Stirnfeld zu ersterem gehört. Die kleinerenFelder sind noch besonders in ihrer Mitte mit einer bunt emaillirten Dar-stellung (Salomo, David, Hiskias und Christus) nebst lateinischer Bei-schrift gefüllt. lieber dem vorderen, dem Stirnfelde, erhebt sich ein mitEdelsteinen u. s. w r . verziertes Kreuz, von welchem sieh nach dem hin-teren Felde ein leicht geschwungener Bügel erstreckt, der oberhalb wie-derum mit acht aneinander gereihten abgerundeten überaus reich mitPerlenzierrathbedeckten Feldern versehen ist. In dem letzteren dieserFelder liest man, gleichfalls aus Perlen gebildet: „CHVOXRADVS DEIGRATIA ROMANORV IMPERATOR AVG.“ — Einen noch fernerenSchmuck dieser Krone, davon jedoch nichts mehr erübrigt, bildeten mutli-masslich zwei dem Ganzen entsprechend verzierte breite Bänder, die als„inful“ oder „fanones“ je zur Seite herabhingen.

10. Ein Scepter von zwei Fuss Länge, hold, von vergoldetem Silber-bleeli, an drei Stellen (untereinander) von vergoldeten Knäufen unterbro-chen und an der Spitze in einer Eichel mit vier Eichenblättern endigend,davon wechselseitig zwei unter sich und zwei über sich gehen; höchstwahrscheinlich frühstens vom Schluss des dreizehnten Jahrhunderts her-rührend.

11. Der Reichsapfel: eine Kugel von äusserst künstlich getriebenemGoldblech von drei und dreiviertel Zoll Durchmesser. Sie ist mit harzigerMasse gefüllt, von zwei sieh kreuzenden Reifen umfasst, auf deren (oberem)Kreuzungspunkt mit einem goldenen Kreuz ausgestattet, und dies sammtder oberen Hälfte der Reifen mit farbigen Edelsteinen besetzt. DasGanze stellt sich als eine Arbeit aus der hjitte des zwölften Jahrhun-derts dar.

12. Zwei Schwerter, davon das eine das sogenannte SchwertKarls des Grossen,“ das andere das „Schwert des heiligen Mauritius “Das erste, wahrscheinlich bei weitem das jüngste, ist in der Klinge, obenam Griff, zwei und einen viertel Zoll breit und genau zwei Fuss elf ZollJang, zweischneidig und längs der Mitte etwas rundlich ausgeschliffen.Der Griff besteht aus vergoldetem Silber mit einem scheibenförmigen senk-