256 I- Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrb.
recht aufgesetzten Knauf. Dieser zeigt auf jeder Plattseite ein aufrecht-stehendes dreieckiges Schild, von denen, in Schmelzfarben gebildet, daseine einen einköpfigen schwarzen Adler in goldenem Felde, das anderedie heraldische Figur des böhmischen Löwen in rothem Felde enthält.Die Scheide ist von getriebenem Goldblech, reich mit Filigran belegt unddurch (in Zickzack sich kreuzende) dichte Reihen von Perleustäben in vier-und dreieckige Felder getheilt, die mit Ausnahme des oberen Feldes, dasgleichfalls ein einköpfiger Adler ziert, mit buntem Schmelzschmuck aus-gefüllt sind. — Das „Schwert des heiligen Mauritius* ist ein Cere-monien-Schwert, frühstens aus dem zwölften Jahrhundert, das lediglich nurdazu diente dem Kaiser vorangetragen zu werden. Die Klinge, am Griffeindreiviertel Zoll breit bei drei Fuss und einem Zoll Länge, ist am Endeabgerundet. Den Griff, mit gerader Parirstange, krönt ein linsenförmigerKnopf. Dies Alles ist von vergoldetem Silber und auf dem Knopf aneiner Seite ein einköpfiger Adler eingegraben, mit der Umschrift „BENE-DICTYS. DOS. DES“ (Dominus Dci); auf der anderen Seite ein ge-theilter Schild, halb mit einem halben Adler, halb mit dem Löwen über-einander und den Ueberrestcn der "Worte „EVS | QVI | DOCET | MA-NYS |,“ auf der Parirstange einerseits: „j CRISTVS : VINCIT: CRISTVS :REINAT,“ anderseits: „CRISTVS : VINCIT : CRISTVS : REIGNATCRIST9 . INPEEAT.“ Die Scheide, von Goldblech, ist jederseits durchschmale horizontale Reifen von mehreren untereinander gesetzten zumeistblauen Edelsteinen in sieben Langfeldcr getheilt, von denen jedes das Bildeines Königs in vollem Krönungsornat aufweist, sämmtlich bei nach untengekehrter Spitze auf den Köpfen stehend; zudem längs ihren beiden Kantenmit Perlen und Edelsteinen begrenzt. —
Ein drittes noch erhaltenes Schwert mit säbelförmig gebogener Klingeist orientalischen Ursprunges und soll zufolge der allerdings nicht verbürg-ten Ueberlieferung ein Geschenk des Harun-al-Rascbid an Kaiser Karlden Grossen sein.
13. Schliesslich sei hier auch noch des kostbaren Evangelien-buches gedacht, darauf die Kaiser gemeiniglich den Krönungseid zuleisten pflegten. Sein gegenwärtiger Einband zwar stammt frühstens ausdem fünfzehnten Jahrhundert, doch dürfte das Buch immerhin aus demachten Jahrhundert datiren, wenn auch wohl kaum anzunehmen ist, dasses in Wahrheit dasjenige Buch sei, dessen sich Karl der Grosse bedienteund welches man ihm bei seiner Beisetzung mit in seine Gruft legte. —
Bei der Krönungsfeier nun selbst wurden die Insignien dem Kaiserunter sehr bestimmten Massnahmen und darauf bezüglichen Mahnungenvon den damit besonders beehrten höchsten und höheren Reichsbeamtenin nachstehender Folge überwiesen: 1
1 J. Römer-B üchne r. Die Wahl u. Krönung d. deutsch . Kaiser etc. S.66ff-