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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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269
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A. Tracht. Deutschi. u. Scandinav . Heerwesen (1300—1500). 269

' Derselbe Kaiser war es auch, welcher im deutschen Reiche zuerst,etwa um 1490, da er gegen die Ungarn zog, eine Art von stehendenSöldnertruppen errichtete. Er liess zu dem Zwecke^ im ganzen Reichealle Landstreicher aufheben und bildete daraus, den nun sogenannten

Fig. 118.

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„Landes- oder Lanz - Knechten,“ unter dem Namen der „schwarzenGarde“ ein bestimmter gegliedertes Fussvolk, das wenn es zunächst auchwohl noch nicht durchgängig völlig gleichmässig eingekleidet, doch jenach den einzelnen Abtheilungen ziemlich gleichmässig bewaffnet ward.Die Bewaffnung im Ganzen bestand hauptsächlich aus Brust- und Rücken-stücken und nur einfachen Kappen von Eisen, aus Schwerten, langenHellebarten, Armbrüsten und schweren Handfeuergeschossen. Ungeachtetder bereits stattgehabten weiteren Verbreitung eben der Handfeuergeschosse(S. 181), war die Armbrust nichtsdestoweniger dauernd in Gebrauch ge-blieben. Und hatte sie allmälig auch von der Bedeutung verlieren müs-sen, die man ihr noch im vierzehnten Jahrhundert bis zu'dem Gradezuerkannte, dass sogar Kaiser Karl IV , um 1355, den „Bognern“ (Arm-brustmachern) in Prag eigene Privilegien ertheilte, 1 bediente man sichihrer im Kriege noch bis tief ins sechszehnte Jahrhundert.

1 Mitgetheilfc von A. Berlepsch. Chronik der Feuerarbeiter u s w.St. Gallen (o. J.) 8. S. 116 ff.