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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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277
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A. Tracht. Italien . Kleidung der Männer (1300—1350). 277

Theil, von den Hüften ab, faltig beliess, den Gürtel nicht nach fran-zösischem Brauch unter die Taille hinabzurücken. — Für die Ermelbeliebte man gleichfalls noch bis gegen die Mitte des Jahrhunderts unddarüber hinaus vorwiegend die Formen einestheils von mehr oder minderweiten Halbermein (Fig. 119 a), anderntheils von unterschiedlich langenund weiten Hängeermeln; jene sowohl für die engen und kürzeren alsauch für die langen Röcke, die Hängeermel dahingegen hauptsächlich nurfür die letzteren. Diese Ermel dehnte man dann auch wohl sehr be-trächtlich aus, dabei man sie in einzelnen Fällen trichterförmig erweiterte,so dass sie in dieser oder jener Form oft selbst bis auf den Boden reich-ten; auch pflegte man wohl die Halbermel rücklings derart zu gestalten,dass sie gleich Lappen herabhingen. Die langen enganschliessenden Ermel,wie solche dem unteren Rock eigen blieben, wurden, und so auch fallsman sie beim oberen Rocke anbrachte, zuweilen bis über den Ansatzder Finger eng manschettenartig verlängert und hier dann gewöhnlichhinterwärts zum bequemeren Anziehen geöffnet und, zum beliebigen Ver-schliessen, mit mehreren kleinen Knöpfchen besetzt.

Was von mantelartigen Gewändern seither einmal gebräuchlichwar, wurde zuvörderst noch durchgängig fast ohne Veränderung beibc-halten. Es waren dies der hochalterthiimliche zur Seite oflene Scliulter-mantel mit dem ihm eigenen Verschluss auf der Achsel, und der vornoffene Rückenmantel mit dem ihm eigenen Verschluss vor der Brust(Fig. 119 a). Alle noch anderweitigen Formen, welche daneben aller-dings auch schon sehr bald aufkamen, knüpften an jene Gestaltungen an,doch auch ohne sich von diesen zunächst noch in Weiterem zu unter-scheiden, als durch einzelne für den Gebrauch zweckgemässere Verbes-serungen. Sie bestanden für beide Arten von Mänteln vorzugsweise da-rin, dass man sie da, wo man sie sonst gewöhnlich mit einer Spangeverband, völlig ähnlich wie in Frankreich , in beliebiger Ausdehnung ent-weder durchaus zusammennähte oder zum Knöpfen einrichtete (Fig. 119 b),und dass man zuweilen den Rückenmantel zu beiden Seiten, den Schulter-mantel (natürlich nur an der geschlossenen Seite) mit einem Armlocheversah. Nächstdem auch kam es allmälig auf, die Rückenmäntel mitkragenartigen sehr weiten Ermeln auszustatten und die Kapuzen gelegent-lich zu weiten förmlichen Radmänteln bis über den Unterleib hin zu ver-längern und dazu nun diese tlieils, wie die Mäntel, vorn oberhalb zumZuknöpfen gestaltend, theils aber auch wieder nach ältestem Brauchganz gleich der altrömischen „pamula,“ ringsum durchaus geschlossenbelassend.

Als Beinbedeckung bedienten sich die höheren und mittlerenStände der schon seit lange auch sonst durchgängig allgemeiner üblichenganzen und knapp anschliessenden Beinlinge. Sie, wie überall, so auch