A. Tracht. Italien . Kleidung der Männer (1350—1400). 279
oder doch damit verbrämt, und die Kapuzen gelegentlich mit einem rings-umlaufenden breiten Schulterkragcn versehen. Die nächsten wesentlichenNeuerungen, dazu man denn etwa seit dieser Zeit schritt, betrafen haupt-sächlich nur die Kapuze und die Mützen: die erstere, indem man begannden Kragen derselben mitunter vorn gänzlich aufzuschlitzen und zumVerknöpfen einzurichten und ihre Spitze zu einem rücklings fallendenschwanzartigen Zipfel zunehmend zu verlängeren; die Mützen insofern alsman sie nun theilweis mit breiteren Umrandungen besetzte, diese auchwohl zu den Seiten schlitzte, so dass sie herabgeklappt werden konntenund ausserdem immer, häufiger mit mancherlei Zierrath in Goldstickereiu- dergl. ausstattete. Im Uebrigen, was die Färbung betrifft, gab manauch hierbei, wie bei der Kleidung, schon frühzeitig den zumeist augen-fälligen leuchtenden Tönen durchweg den Vorzug.
Das Haar pflegte man im Allgemeinen fortdauernd, wie seither,ziemlich schlicht einesthcils von der Stirne nach rückwärts gestrichen,anderntheils über ihr herabhängeiid und dann hier gerad abgeschnittenzu tragen, vorerst noch von nur mässiger Länge und nur ausnahmsweisegelockt (Fig. 119 a). Den sonst üblicheren Bart indess gab man allmäliggänzlich auf. Mit nur wenigen Ausnahmen, die sich fast lediglich aufdas Alter und den Gelehrtenstand beschränkten, ward es schon im jüngerenVerlauf des Jahrhunderts höchst wahrscheinlich nach südfranzösischemVorgänge durchaus Gebrauch, ihn ganz abzuscheercn; ein Gebrauch, vondem man auch ferner, ja selbst bis ins sechszehnte Jahrhundert, in nurseltenen Fällen abwich. •
ln der Anwendung von S ch muck Sachen bewegte man sich nochlänger nur mässig. Bis zu der weiteren Neigung zum Prunk seit derMitte des Jahrhunderts bestanden solche vorwiegend nur in den zumSchliesscn der offenen Umhänge erforderten Brust- und Schulterspangen,in Schnallen und in Beschlägen der Gürtel, in mancherlei kleinen me-tallnen Zierrathen zum Besetzen der Gewänder, der Kopfbedeckungenu. s. w. und in zumeist einfachen Fingerringen mit oder ohne Edelstein.
Dagegen erhob man schon frühzeitig wenigstens in den vornehmenKreisen die Benutzung von Handschuhen zu unerlässlicher Anstands-forderung; die der vordem so allgemein beliebten Gürteltaschen in-dessen ging nun allmälig aus diesen Kreisen auf die mittleren und nie-deren Stände, so namentlich auf die Handwerker, die Krämer und Klein-händler über. So auch das Tragen von einfachen und nur kurzenGürtelmessern.
Auch die nach der Mitte des Jahrhunderts, doch höchstens erst inden sechsziger Jahren, lebhafter erwachende Hinneigung zur Aufnahmeausheimischer Formen liess noch die einmal bestehende Kleidung zumgrösseren Theile unberührt. Sie blieb daneben, fast ohne Veränderung,