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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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280 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

selbst bis ins nächstfolgende Jahrhundert in allgemeinerer Verbreitungüblich, höchstens nur dass man in späterem Verlauf, etwa seit 1350, dielangen Unter- und Ueberröcke zu dauernder Bezeichnung höherer amt-licher Würden erhob, und damit zugleich die oberen Röcke nun häufiger,um sie demgemäss würdevoller erscheinen zu lassen, noch weitfaltiger,zuweilen auch schleppend, und ihre Ermel ebenfalls zu noch massigeren,oft bis zur Erde hin reichenden Schleppenermeln erweiterte (Fig. 120a — c). — Im Uebrigen aber pflegte man sie jetzt, grösserer Bequemlich-keit wegen, hinterwärts in bestimmter Höhe, mitunter bis zum Ansätzeder Oberschenkel, aufzuschlitzen.

Fig. 120.

Aber auch in Anbetracht sowohl der Aneignung fremder Formen,als auch der eigenen Erfindung von neuen, bewegte man sich noch fort-dauernd in nur ziemlich engen Grenzen. Der untere Rock ward ausser-dem, dass man ihn stets dem oberen anpasste, im Grunde genommengar nicht verändert, und was den oberen Rock betrifft, begnügte mansich auch noch ferner zumeist ihn nur bis zur Hüfte eng zu tragen undvom, zum beliebigen Verschliessen, mit kleinen Knöpfen zu versehen.Nur in der Verkürzung ging man weiter, indem man ihn nun mehren-theils bis zum Knie und in einzelnen Fällen auch bis ziemlich gegen dieMitte der Oberschenkel hin verschnitt. Erst hiernach, und mit in Folge