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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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281
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A. Tracht. Italien . Kleidung der Männer (1350—1400). 281

dessen, nachdem sich das Auge daran gewöhnt, begannen, vorerst dochnur wenige Stutzer, den Rock nach französischem Vorgänge (S. 67) auchunterhalb durchaus zu verengern, so dass er mm überall fest anschloss,ihn vorn der ganzen Länge nach zum Verknöpfen einzurichten und auchden Gürtel ganz dementsprechend über die Hüften hinabzurücken. Dieweiteren Kurzröcke dahingegen trugen nunmehr Einzeln, gerade gegen-sätzlich dazu, zu regelmässigen Langfalten geordnet und mit zumeistlangen und sehr weiten Ermeln von ganz demähnlicher Fältelung. —Gleichwohl ob die Röcke dem Halse höher oder tiefer anschlossen, pflegteman diesen nun häufiger mit einem unterhemdartigen Kragen von feinemgekrausten Stoff zu umgeben.

Die Ermel überhaupt waren es, daransich auch jetzt noch vorzugsweise die Hin-neigung nach mehrerer Mannigfaltigkeit äus-serte. Für den unteren Rock allerdings be-hielt man die ihm einmal eigenen langenund engen Ermel bei, so auch für den oberenRock die ihm schon eigenen Ermelformen;doch kamen neben diesen nunmehr nocheinige andere Gestaltungen auf, die mandann ohne Weiteres auf jedwede Form desRocks übertrug. Solche bestanden, ausserjenen regelmässig gefältelten Ermeln, inlangen und sehr weiten Sackermein, die sichdem Handgelenk eng anschlossen, in Ermeln,die, am Ansatz der Schulter in wulstigerBreite ausladend, sich bis zur Hand hin all-mälig verengten und hier meist mit Knöpf-ehen besetzt waren, in langen nach untentrichterförmig weit geöffneten Hängeermeln(Fig. 121 a) und in schmalen sehr langenErmeln, die mehrfach bis über die Knieherabreichten und nächst dem unteren Arm-loche, eben ihrer Länge wegen, auch oberhalb, etwa inmitten, eine be-sondere Handöffnung hatten, diese zuweilen selbst noch eigens mit einemkurzen ermelartigen, bald weiteren bald engeren Vorstoss versehen (vergl.Fig. 121 b). Zudem auch brachte man, obwohl seltner, ganze Ermel inAnwendung, welche durchweg gleichmässig theils eng, theils mehr oderminder weit waren, die, je nachdem sie das Handgelenk lose oder festumgaben, unterwärts entweder belassen oder aber aufgeschlitzt und zumVerknöpfen gestaltet wurden.

Zu den mantelartigen Gewändern kam wesentlich Neues nicht

Fig. 121.