A. Tracht. Italien . Kleidung der Männer (1350—1400). 283
Ausladung umgewandelt (Fig. 121 b). Als gewissermassen neu kam nureine Art von Mütze auf, bestehend aus einer entweder halbrunden oderkurz abgestumpften Kappe mit hinterwärts abgeschlagener Krempe, welche,nach vorn ällmälig verjüngt, zu einer langen Spitze auslief. Diese Mützenvorzugsweise beliebte man reich auszustatten durch Färbung sowohl, alsauch durch Schnurwerk, damit man sie zu unwinden pflegte, sowie auchdurch mancherlei Zierbesatz und, insbesondere, durch eine schlanke senk-recht aufgesteckte Feder, die eine Agraffe festigte. — Die Kapuzen wur-den mitunter am Zipfel noch um Vieles verlängert und die einfachengesteiften Rundkappen zuweilen nicht unbeträchtlich erhöht (Fig, 120 a. b);zu eigentlichen Hüten indessen mochte man sich noch nicht verstehen.—Wie schon seither pflegte man unter allen derartigen Bedeckungen einedurchaus enganliegende Unterkappe zu tragen.
In der Anordnung des Haars fand kein weiterer Wechsel statt, alshöchstens der, dass im weiteren Verlauf einzelne jugendliche Stutzer einenkurzen Wangenbart pflegten, was indessen, gegenüber der fortbestehendenBartlosigkeit, stets als nur seltene Ausnahme verblieb.
Der Schmuck, so namentlich was die Ausstattung der Kleidungs-stücke durch Bortenbesatz, Stickerei u. s. w. betraf, als auch der Auf-wand in kostbaren Stoffen, gewann zunehmend an Bedeutung. Erstererward in Form und Vertlieilung immer künstlicher durchgebildet, und unterden Stoffen brachte man nächst den mancherlei feinen Tuchen, welchevorzugsweise Florenz von trefflicher Güte lieferte — das um die Mitte desJahrhunderts nicht weniger als dreissigtausend Wollenarbeiter beschäftigte— die mannigfach verschiedenen, zum Theil reich gemusterten Seidenstoffevon Palermo, Lucca, Venedig u. s. f. in steigendem Grade in Anwendung.Nicht minder wandte man sich mehr und mehr den feinen Linnengewebenzu, die gleichfalls das Inland vorzüglich beschaffte, und ebenso auch dentheuersten Farben, wie insbesondere dem blauen Purpur und dem leuch-tenden Ekarlat.
Im Ganzen, fasst man Alles zusammen, bestand gegen den Schlussdes Jahrhunderts die Bekleidung der vornehmen stutzerhaften jungenMänner, wie vorwiegend in der Lombardei , aus einem engermeligen Unter-rock von farbiger Seide oder Tuch, einem längeren Ueberrock von Wolle,Seide oder Sammt, buntfarbig und zuweilen gemustert, offen oder zuge-knöpft, mit weiten, bald längeren, bald kürzeren Ermeln und durchausmit Pelzwerk verbrämt. Dazu enge Beinlinge, welche die Füsse mit-bedeckten; darüber enge Kniebeinkleider von auffällig anderer Färbung,'gemeiniglich von Wollenstoff, nicht selten mit Stickerei in Seide, Silberoder Perlen geschmückt; Schuhe oder kurze Stiefel, mit Knöpfchen be-setzt und lang zugespitzt. Der Mantel, sei es in der Form des Schulter-oder Rücken-Umhangs, gewöhnlich bis zu den Füssen reichend, mit Pelz-