286 I« D» 8 Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrb.
nach der Höhe ihrer Schürzung, in einem mehr oder minder breiten fal-tigen Bausch herabfielen (Fig. 123 c. d). Eine derartige Anordnungjedoch blieb wesentlich auf die mittleren Stände und auch bei diesen fastlediglich auf den Zweck des alltäglichen geschäftlichen Betriebs beschränkt;die höheren Stände insgesammt liessen das Gewand nachschleppen, eshöchstens beim Schreiten aufnehmend, ja vielmehr gingen hierin nochweiter, indem sie trotz des Anstosses, den die Geistlichkeit daran nahm,die Schleppen zunehmend verlängerten.
Fig. 123.
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Gleichwie man die offenen und kürzeren Röcke vorwiegend mitengeren Ermeln versah, so pflegte man die geschlossenen Gewänder mitnur wenigen Ausnahmen (Fig. 123 c. d) mit weiteren Ermeln auszustatten.Auch diese aber bewegten sich noch bis nach der Mitte des Jahrhundertsin nur ziemlich einfachen Formen und zwar von unterschiedlich weiten,bald längeren, bald kürzeren Halbermeln, von langen mässig weiten Er-meln, welche das Handgelenk umschlossen, und von zum Theil sehr weitenSchleppennein, die man zuweilen allerdings bis gegen den Boden hinausdehnte. Erst später kamen zu diesen Formen, jedoch vorerst auchnur sehr vereinzelt, noch kurze enge Halbermcl und ganze vollständigeErmel hinzu, die, am Ansatz der Schulter sehr weit, sich bis zur Handhin allmälig verengten, hier, zum Anziehen, rücklings geschlitzt und mitmehreren Knöpfchen besetzt waren.