noch zu verengern, allmälig derart, dass er schliesslich den Oberkörperdurchaus fest umspannte. Hierdurch wesentlich mit veranlasst, begannman den Halsausschnitt noch zu erweitern und, ihn noch tiefer herab-rückend, entweder ringsherum geradlinig oder viereckig auszuschneiden;in letzterem Falle gemeiniglich nahe bis zum Ansatz der Schultern, sodass diese wenigstens, wenn auch knapp, bedeckt wurden. Ausgehendhauptsächlich von dieser Form, gestaltete man ihn alsdann nach fran-zösischem Vorgänge (Fig. 49 a) zu einem vorn weit geöffneten Dreieck,dies bis zur Taille zuspitzend: eine Form, danach man das Kleid als»Cypriane“ bezeichnete, die indessen erst um den Schluss des Jahrhun-derts in Aufnahme kam. Zu dem Allen bcliess man den Hals entwedernackt oder bedeckte ihn mit einem feinen Schleiertuche; bei der zuletzterwähnten Anordnung häufiger dem noch einen Brustlatz von reicherAusstattung hinzufügend. — Der Theil von der Taille abwärts dagegenwurde auch jetzt noch kaum verändert. Mit dieser aus dem Ganzengeschnitten, trug man ihn durchgängig wie seither von unterschiedlicherWeite und Länge, geschlossen oder vorn geöffnet; in den vornehmenKreisen zumeist faltenreich mit langer Schleppe, sowohl gegürtet als un-gegürtet. Nur die Schleppe beliebte man gelegentlich noch zu erweitern,sonst aber nur das Kleid an sich in Stoff und Zierrath zu bereichern unddie ihm eigenen Ermelformen durch einige neue zu vermehren. Sounter anderem kamen allmälig neben den schon üblichen ziemlich langenHängeermeln, noch bei weitem längere vorn offene Ermel in Gebrauch,welche, die Hände weit überragend und am Rande mehrfach gezaddelt,in allmäliger Zuspitzung bis zur Erde herabreichten; ausserdem massigweite Ermel, die sich nur weniges über die Mitte des Unterarmes hinerstreckten mit darüber angebrachten beträchtlich weiten Halbermeln, undschliesslich auch, gegensätzlich dazu, lange enganschliessende Ermel, hin-terwärts mehrfach übereinander geschlitzt und bauschig unterpufft. Ueber-haupt aber brachte man fortan immer häufiger Doppelermel in Anwen-dung, davon gewöhnlich der untere kürzer und minder weit als der obere,dieser hingegen gewöhnlich sehr lang und bei sehr verschiedener Weitemöglichst reich ausgestattet war. — „In der gegenwärtigen Zeit,“ so be-richtet Johannis Musa zum Jahre 1388, 1 „tragen die Weiber die Ober-gewänder ( zimarra ) weit und lang, von Sammet, Brokat, von,Gold- undSeidengeweben, wollenen Stoffen von Ekarlat und von kostbar violettenFarben. Diese Gewänder haben äusserst breite und dergestalt langeErmel, dass sie die halbe Hand mit bedecken und oft selbst bis auf die
1 J. de Musis chronic. Placentin. (bei S. A. Muratori.scriptores. Milan. 1725—51. Vol. X.YI. 579 ff.).
Weis3, Kostümkunde. III.
Herum italicarum
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