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durchaus verschiedene neue Bekleidungsarten hinzu, davon einige im wei-teren Verlauf ihrer besonderen Durchbildung an Wunderlichkeit sogainoch übertrafen, was in diesem Punkte Frankreich, ja selbst Deutschland leistete. — Mit den gesetzlichen Verordnungen, welche man dagegen er-fass, verhielt es sich wie überall. Ungeachtet dass man diese in Folgedessen in allen Hauptstädten beständig erneute und verschärfte, bliebensie durchweg wirkungslos. Man hörte sie, zahlte seine Strafe und kümmertesich nicht weiter darum. *
Die männliche Bekleidung erhielt nun ihren Hauptformen nach einwesentlich vierfach verschiedenes Gepräge. Einmal bewahrte sie ihreseitherige mehr oder minder einfache Gestaltung sowohl rücksichtlich derLänge und Weite als auch der noch sonstigen Beschaffenheit, dannaber wurde sie einerseits über den Körper der Art verengert, dassdieser in allen seinen Theilen völlig zur Erscheinung kam, andrerseits zumannigfachen Sonderformen ausgebildet, welche sich zwischen jenenFormen gleichsam übergangsweise bewegten. Dies Alles indessen, dasausserdem je sehr unterschiedlich behandelt ward, betraf auch jetzt nochvornämlich den oberen und den unteren Rock; weniger die übrigen Be-kleidungsstücke, die, obschon auch sie inzwischen manche Neuerung er-fuhren, doch die ihnen eigene Grundgestaltung fast unverändert
fortsetzten.
Die lange und weite Kleidung zunächst, sofern man sie nicht ge-radezu in herkömmlicher Weise beliess, wurde im Ganzen und Einzelnenhei weitem am wenigsten umgewandelt. Als nunmehr fast durchgehendeamtliche Auszeichnung (S. 280) erlitten das untere und obere Gewand,abgesehen von einem damit verbundenen Wechsel in Stoff und Farbe(®. unt.), kaum noch eine sonstige Veränderung, als dass mtm sie beidenach Maassgabe der höheren und niederen Rangstellung, je bald längerund faltiger, bald kürzer und minder weitfaltig herstellte, und zum Theil,wohl zum Unterschiede, durch einzelne wenn gleich nur geringe Besonder-heiten ausstattete. Beim Untergewande namentlich beschränkte mansich auch in der Folge fast lediglich auf den Wechsel der Länge, dabeiman es als äusserstes Maass bis zu den Füssen hin ausdehnte, es höch-stens dann auch noch dahin verändernd, dass man es theils rings umden Hals mehr oder weniger tief viereckt ausschnitt, theils vor der Brustmehrfach faltete oder, war es hier zum Oeffnen, zwischen den zumSchlüssen bestimmten Knöpfen oder Nesteln leicht unterpuffte. Denoberen Rock dagegen trug man nun niemals kürzer als bis zu denFüssen , überdies aber in den meisten Fällen um ein sehr Beträchtlicheslänger und gelegentlich oberhalb, wenn nicht blos mit gesteiftem Hals-kragen (Fig. 126 a), eben als Besonderheit, mit einem von einer gekraustenBordüre ringsumzogenen Schulterkragen, sowohl mit als auch ohne Kapuze