296 L Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrb.
gewöhnlicher getragenen talarartigen Unterkleide, gewissermassen alsStandesbezeichnung, ein bald längeres bald kürzeres Gewand in Gestalteines Ueberhangs an, das zur Rechten und zur Linken bis zu den Schul-tern hin offen war (vergl. Fig. 126 c).
Die neben den langen und weiten Gewändern üblichen kürzerenund engeren Röcke erfuhren mannigfacheren Wechsel. Ohne auch derenbestehende Formen geradezu gänzlich aufzugeben, kamen nunmehr neben
Fig. 126.
diesen sowohl durch tlicilweise Umbildung derselben als auch durch frem-den, französischen Einfluss, hauptsächlich für den oberen Rock einigeganz neue Formen auf, dabei zugleich wiederum insbesondere die Ermelwesentlich mitspielten. £
Im engeren Anschlüsse zunächst an seinen herkömmlichen Schnitt,pflegte man ihn jetzt immer häufiger bis zur Mitte der Oberschenkel undselbst bis zum Unterleib hin zu kürzen, vorn bis zur Taille herab zuöffnen und hier entweder zum Zuknöpfen oder Zuschnüren einzurichten(Fig. 127 a). Gleichviel ob er den Oberkörper weiter oder enger umgab,blieb man zwar zumeist dabei stehen, ihn dicht bis zum Hals hinauf zutragen und mit einem knapp anliegenden kurzen Stehkragen auszustatten,doch ward es auch schon zunehmend üblich ihn, namentlich in letzteremFalle, tlieils rings um den Hals ziemlich tief und gerade, theils vor der