A. Tracht. Italien .. Kleidung der Männer (1400—1500). 307
Nicht viel anders verhielt es sieh mit der Fussbekleidung. Diefast einzige Abwandelung, welche sie hinsichtlich der Form noch erfuhr,bestand in zunehmender Verlängerung der Spitzen seitens einzelner Stutzer,die sich dadurch, gleich wie durch die absonderliche Gestaltung der Klei-dong , besonders hervorzuthun suchten. W ie in dieser, so übertriebensie allnuilig auch darin (Fig. 132; Fig. 133 b. <■); doch fand diese Modekeineswegs so durchgängige Verbreitung, wie in Frankreich , England undDeutschland , sondern blieb bis zu ihrem Aufhören um den Schluss desJahrhunderts immer nur als auffällige Besonderheit auf den engerenKreis der vornehmen geckenhaften Jugend eingeschränkt. Allgemeinerhielt mau an den bestehenden, einmal als zweckmässig und geschmack-voll erachteten Grundformen fest, sich damit begnügend sie höchstensim Einzelnen noch zierlicher auszustatten. So aber wurde es nun unteranderem gebräuchlich die ganzen, geschlossenen Schuhe oberwärts rings-herum, entweder einfach oder mehrtheilig, unterschiedlich breit umzu-schlagen ^und diesen Umschlag anders, als den Schuh selbst, zu färben[Fig. 127 b. <:; Fig. 135 ), die vorn offenen Schuhe aber zuweilen bisweit über den Hacken hinauf schnabelförmig zu verlängern und vorn,zur Befestigung über den Spann, mit mehreren Bindebändern zu ver-sehen und in deren Anordnung, je nach eigenem Ermessen, zu wechseln[Fig. 130; Fig. 135; vergl. Fig. 129 a; Fig. 131 fl). Zu den Socken'Fig. 131 lj UI1 ,| den eigentlichen Stiefeln wählte man fortan, statt dervordem dafür auch benutzten anderweitigen derben Stoffe, fast aus-schliesslich feines Leder. Ausserdem wurden die Stiefel nun zum Theilnoch höher beliebt, so dass sie mitunter selbst das Knie überragten,und ebenfalls, ähnlich wie die Schuhe, doch um Vieles breiter umge-stülpt, in Folge dessen ebenso verschieden gefärbt, und gelegentlich nochüberdies die Stulpen längs den Bändern bunt eingefasst und zierlich aus-gezackt (Fig. 128 a; Fig. 133 fl. b; Fig. 134 b).
Für die Beschränkung, welche man sich bei diesen Kleidungsstückennoch fortdauernd auferlegte, suchte man sich nun gleich von vornhereinan den Kopfbedeckungen zu entschädigen. Alle bestehenden Formenderselben behielt man bei; daneben aber bildete man theils diese imEinzelnen noch besonders aus, theils erging man sich in Erfindung vonganz neuen Gestaltungen, dabei denn mehrfach gleichfalls, den wunder-lichen Eingebungen folgend, welche jene anderweitigen seltsamen Ab-wandlungen bestimmten. Die sonst einfachen mehr oder minder gesteiftenKappen erhielten bald höhere, bald niedrigere Aufschläge von mannig-fach wechselnder Beschaffenheit [Fig. 124 a; Fig. 125 c; Fig. 127 b-Fig. 128 a; Fig. 131 fl. 6); die weicheren, Fes-ähnlichen Mützen wurdenzunehmend häufiger oberhalb inmitten faltig zusammengezogen, nichtselten ebenfalls umgekrempt, und bei allendem, wenigstens zum Theil,