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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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309
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A. Tracht. Italien . Kleidung der Männer (1400—1500). 309

beit auch wohl mit der Kopfbedeckung fast gänzlich zu verdecken(Fig. 124 a; Fig. 125 b. c; Fig. 126 a. b; Fig. 128 c; Fig. 132 a.e.e;Fig. 184 c). Anders jedoch die eitele jugendliche Welt. Bei ihr gewannder vordem nur von Einzelnen gepflegte Brauch, mit der ganzen Fülledes Haars zu prunken, immer allgemeinere Geltung, so dass derselbeschliesslich unter ihr geradezu zum Modegesetz ward. Demzufolge bliebman nun aber auch nicht dabei stehen, es etwa nur in seiner natür-lichen Eigenschaft frei, schlicht oder wellig gelockt, längs dem Nackenherabhängen zu lassen, vielmehr suchte es und namentlich da, wo dieNatur dem widerstrebte, durch mannigfach künstliche Mittel zu zwingen.Man ölte, brannte und kräuselte es, und während es, so zugelichtet,Einige nur einfach wellenförmig beliessen {Fig. 133 <•■ Hg. 134 a ), An-dere es zu vielen kleinen Locken rings um den Kopf ordneten {Hg-128 a.c,Fig. 133 a) oder auch nur längs den Wangen lockten {Fig. 131c), gingenwiederum Andere selbst so weit, dass sie es, ganz nach weibischer Art,rings um den Kopf in viele dicht neben einander fallende lange Ringel-locken abtheilten {Fig. 133 b). Bei allendem, so namentlich bei dieserletzteren Gestaltung, pflegte es die stutzerhafte Jugend nach wie vor miteinem zierlich geschmückten Reifen, einem Bande oder einem Kranzezusammenzufassen, was denn gerade bei solcher Anordnung das Gecken-hafte derselben nur noch um so mehr erhöhte {Fig. 133 bj Fig. 134 a).

So gross die Sorgfalt war, die man dem Haupthaar zuwandte, sowenig wollte man sich doch auch noch fortan dazu verstehen, den Bartwachsen zu lassen. Mit Ausnahme von nur Wenigen, die theils die nurspärlich verbreitete Pflege eines kurzen Wangenbarts fortsetzten, theilsin eitler Selbstgefälligkeit einen Knebelbart oder, wohl auch in Verbindungdamit, einen nur kurz zugespitztcn Kinnbart zeigten {Fig. 132 c; Fig.134 b), blieb die völlige Bartlosigkeit hauptsächlich unter den vornehmenStänden gewissermassen eine Pflicht, die man dem Wohlanstande schuldete.

Endlich waren es nächst den noch mancherlei kleineren Schmuck-gegenständen, den Ringen, Spangen u. dergl., deren man sich nach wievor zu besonderer Zierde bediente, die Handschuhe, woran sich schonbald nach Beginn des Jahrhunderts ein ausnehmender Aufwand entfal-tete. Ausser den zum Reiten und zur Falkenjagd, wie überhaupt zu nurpraktischen Zwecken bestimmten, die man demnach zumeist aus derberemLeder fertigte {Fig. 128 a; Fig. 133 b), stellte man sie' nunmehr imGanzen immer häufiger, wenn nicht aus äusserst zartem faVbigen Leder,von einfarbiger oder buntgemusterter Seide und auch wohl von Sammether, sie noch überdies mit Stickerei, Bortenbesatz u. s. w. ausstattend.Man trug sie gewöhnlich um das Handgelenk ziemlich weit, hier ent-weder (über demselben) gerad abschliessend und dann nicht selten zumZuknöplen eingerichtet {Fig. 125 b; Fig. 129 a. b), oder zu längeren