Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
310
JPEG-Download
 

310 I. Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrli,

Stulpen erweitert, an den Enden mit Quästcheii versehen (Fig. 1-8 a;Fig. 133 b). Wie in Allem, so übertrieb das Stutzerthum auch hier, undzwar nun gerade hierin schon früh selbst bis zu dem Grade, dass sichalsbald einzelne Behörden, wie unter anderem der Rath von Bergamo veranlasst fühlten, eben diesen Luxus gesetzlich zu beschränken. — Einnoch anderweitiger Luxus, der etwa um die Mitte des Jahrhunderts auf-kam, jedoch immer nur von Einzelnen betrieben wurde, bestand in demGebrauch von mehr oder minder reich verzierten oder auch nur absonder-lich geformten Spazierstöcken (Fig. 133 b; vergl. S. 75).

Fig. 137.

Die Kleidung der Weiber blieb demgegenüber noch lange bei denschliesslich gewonnenen Formen stehen. Einmal liess die ihr überhauptvon jeher eigene Grundgestalt hinsichtlich der Länge und Weite nichtso leicht eine durchgreifendere Veränderung zu, andrerseits aber hattesich an ihr innerhalb der so bedingten Grenze auch bereits eine Ver-mannigfachung herausgebildet, an der man es sich allerdings wohl, we-nigstens noch zunächst, genügen lassen konnte. Somit auch zuvörderstwesentlich nur darauf bedacht, sie durch fernere Vermehrung von Schmuck,als auch durch zunehmende Verwendung der dichtesten und kostbarstenBrokatgewebe u. dergl., noch in Weiterem zu bereichern, war es fastlediglich dies, was auch ihr denn allmälig noch ein absonderliches Ge-präge , das einer durchgängigen Versteifung gab. Dies indessen, was

dann freilich seiner Wesenheit nach auch wiederum manche Einzelabwand-lungen mit sich brachte, gelangte doch kaum vor der Mitte des Jahrhun j