A. Tracht. Italien . Kleidung der Weiber (1400—1500). 311
dwts zu mehrer Geltung und blieb auch ausserdem nur auf die vorneh-men Stände beschränkt.
Hei diesen Ständen, so wie bei den begüterteren Klassen überhaupt,gewannen nunmehr zuvörderst die langen oberhalb enganschliessendenGewänder mit ihren unterschiedlich tiefen und weiten Halsausschnittenv °r den durchgängig faltigen Röcken den Vorzug (Fig. 137: Fig. 138;l'i-H- 139 a); ebenso unter den mannigfachen Formen von Ermeln desoberen Kleides sowohl die sehr langen und schmalen, als auch .die äusserstlangen und weiten vorn völlig offenen Ilängeermel (Fig. 137 a. d. ej.Hazu auch pliegte man noch nach wie vor das Kleid bald höher, baldHofer zu gürten oder ungegürtet zu belassen, und die Ermel, ausser mitzierlichen Bordüren, vorwiegend tlieils mit Pelzwerk zuunterfüttern oder doch damit zu verbrämen, theils längsden Rändern zu kleinen „Zaddeln“ auszuschneiden{Fig. 138; vergt. Fig. 137 a. d). Die Brustlätze aber,die man gewöhnlich unter den vorn geöffneten Leibchentrug, so wie auch dieses selbst namentlich an seinenRändern, wurden nun, sei es durch Perlen, Goldstickereiu. dergl., noch um ein Beträchtliches reicher verziert,die ersteren ausserdem je nach der Form des Brust-ausschnitts noch mannigfaltiger behandelt. War diesernur massig weit und kurz, in welchem Falle man dasLeibchen fortan nicht selten mit einem sclfmalen rings-umlaufenden Ueberschlagkragen ausstattete (Fig. 137o. e), so Hess man den Hals entweder unbedeckt oderbegnügte sich doch mit einem nur kleinen feinstoffigenUntertuch; war hingegen der Ausschnitt sehr weit undtief (rund, viereckig oder bis zur Taille herab abge-schrägt), so ordnete man den Latz darunter entwederganz in Art eines Unterleibchens oder eines unterschied-lich hochstehenden Kragentuchs an: bei dem sehr breitgeöffneten viereckten Ausschnitt zuweilen dergestalt, dass es in zierlicheLangfalten gelegt den ganzen Hals bis zum Kehlkopf hin eng umschlossund hier von einer zumeist reich geschmückten Borte zusammengefasstward. — Nicht minder beliess man einstweilen das untere'iGewand ohneeinige Veränderung, und so auch noch fast durchgängig mit langen eng-anliegenden Ermeln (Fig. 137. d. e). Nur da wo man sich', wie fortanmehrentheils, überhaupt nur eines Rocks bediente, pflegte man diesengleich den eigentlichen Obergewändern, mit langer Schleppe auszustatten(big. 13 1 b. c) und theils mit eben solchen Ermeln zu versehen theilsaber auch, vornämlich in noch weiterer Folge, ohne Ermel zu belassenund in diesem Falle dann auch wohl zuweilen ein enges, ebenfalls ermel-
Fiy. 13H.