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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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A. Tracht. Italien . Kleidung der Weiber (1400—1500). 317

schweren Faltenmassen zu umgeben, ohne ihn noch selber irgend zurGeltung kommen zu lassen. Noch ferner wirkte die Anwendung der-artiger Stoffe auf die Schleppe zurück. Bei feineren und minder schwe-.ren Geweben konnte man sie, ohne dadurch zu sehr belästigt zu werden,von beliebiger Länge tragen; bei solchen festen Stoffen indessen wurdees geradezu unerlässlich, sie beträchtlich zu ermässigen, sollte sie nichtdas Gehen im höchsten Grade erschweren. Somit aber verringerte mansie zu Gunsten dieser wenigstens an den daraus gefertigten Gewändern,die man für den alltäglichen Verkehr bestimmte, mehr und mehr, sie in

Fig. ii2.

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ihrer weiteren Ausdehnung wesentlich auf die besonderen l’rachtgewändcrbeschränkend, deren Gebrauch man sich für ausnehmende festliche Vor-kommnisse vorbehielt. Bei diesen Gelegenheiten liess man sie zumeist,wie dies auch sonst überall üblich war, von Pagen oder Dienerinnennachtragen.

Bei Anwendung endlich noch schwererer Stoffe, wie insbesondere d rmit goldenen oder silbernen Blumen, Figuren und sonstigen cl ’ z,eru "Jdichtdurchwirkten Sammt- und Seidengewebe, der .«»geiiannten Bro-ca,e >“ wie solche im Verlauf dieser Zeit vornämlich m Obentaben auf-knmen, konnte von einer freien Fältelung überhaupt nicht mein die Rsein. So aber bedingten nun auch sie für die darauf zu fertigendeObergewiinder, allein schon damit sie den Körper in seinen Bewegungen nichtzu sehr hemmten, i m Zuschnitt manche Besonderheiten, was insgesannntihnen denn geradezu das Gepräge einer durchaus neuen Form aufdrückte(Fig. 143 e; Fig. 144 a h; Fig , ]_4S a~d). Mit zu diesen Be-

sonderheiten zählte vor allem, dass man sich, eben mit auf Grund der-artiger Versteifung, genöthigt sah, die Schleppe gänzlich aufzugebenund das Gewand, falls man es dem Oberkörper enger anpasste, vorn der