B. Geräth. Abendland im Allgem. Gewerke (Glas; Stein 1300—1400). 409
zur Täuschung nachzuahmen. In Folge dessen stellte man fortan, ausseren freilich noch immer zumeist zu beschaffenden farblosen Gläsern, instets grösserer Vorzüglichkeit theils solche mit farbigen Einzcltheilen, alsunten Füssen , Henkeln, Deckeln oder sonstigen Verzierungen in Emailund Vergoldung, theils durchweg einfarbige Gläser her, dabei denn zu-§ ei ch in deren Gestaltung, wenn sie nicht gerade durch einen bestimmtenützlichkeitszweck bedingt wurde, zuweilen auf’s Wunderlichste ver-ehrend. — Demgegenüber fand dieser Betrieb in den nördlicherenändern nur eine sehr allmälige Verbreitung. Selbst in den, doch nachen Richtungen hin so überaus gewerkthätigen Niederlanden begannenle Bemühungen, denselben sich anzueignen, nicht vor der Mitte desZerzehnten Jahrhunderts; und ebenso in Deutschland und in Frankreich ,° c « ohne schon vor Ablauf des Jahrhunderts auch nur einigen Äuf-nung zu nehmen. Noch um 1338 unterhielt Ilumbcrt, Dauphin vonle nnois, einen Glasmacher Guionet auf eigene Kosten unter der Ver-pflichtung ihm jährlich hundert Dutzend Gläser in Form von Glocken,z^völf Dutzend kleine (Schalen-) Gläser, zwanzig Dutzend „hanaps“ odere *chgläscr, zwölf „ amphorcs“ u. dergl. zu liefern. Jedoch waren so-^°hl diese Gläser, als auch alle noch sonstigen, die in jenen LändernWeit über diesen Zeitpunkt hinaus, ja sogar bis gegen den Schlussj_f s fünfzehnten Jahrhunderts überhaupt gefertigt wurden, ohne irgendnstliche Färbung, grünlich oder völlig farblos, und überdies, mit nurcnen Ausnahmen, gänzlich schmucklose Gebrauchsgefässe.
Noch ferner ging Italien den anderen Ländern in der Behandlunges Schneiden« und Schleifens der edelen lind halbedelen Steine^°Gui. Wie es indessen scheint, war dieser Betrieb im Allgemeinen°n seit länger in Verfall gerathen und gelangte auch hier erst wiederumö®gen Ende des vierzehnten Jahrhunderts zu weitergreifender Bedeutung.
0r auszusetzen ist, dass auch dies vom Orient aus, durch UebersiedelungY 11 pZechen, geschah, die auch darin bereits seit frühester Zeit ganzrr 0r? ügliches leisteten. Neben dem sonst üblichen Verfahren die Steineößöjeiniglicü entweder nur nach Maassgabe ihrer natürlichen Form oderjj. C llur nach vorangegangener ziemlich roher Abkantung rundlich oder,crJureh gebunden, unregelmässig abzuschleifen, bemühte inan sich nun-C r ihnen, zugleich mit Rücksicht auf Erhöhung ihres Glanzes, einea Stlmmte Gestalt zu geben. Man begann sie zu „facettiren“ ,undiln C ’ auss er zu Schmuck u. dergl., wie eben auch schon von vornhereinlan JriCnte geschehen war, zu Prachtgefässchen zu verarbeiten. Nichtjj e ge ’ so schritt man auch dazu sie durch eingegrabene und durch lioh-^e^usgeschnittene Bildnereien zu verzieren. — Die nun so behandeltenwährend des früheren Mittelalters „camahutus“ und „camaeus “pflegte man seitdem .,camahuya' { und um den Schluss des