412 !• Das Kostüm vom Beginn des 14 . bis zum Beginn des 16 . Jahrb.
stehen, diese lediglich nachzuahmcn lind nur mehr willkürlich zu ver-wenden, sondern suchten sie sieh ganz zu eigen zu machen und so zumTheil in selbstschöpferiseher, oft phantasievoller Umbildung, zu einemabgeschlossenen, vollendeten Ganzen zu einigen. Zugleich mit in holg»dieses Bestrebens, das vorzüglich gegen den Schluss des vierzehntenJahrhunderts zum Durchbruch gelangte, erfand man, um diese Zeit, nebender bisherigen nur einfachen Art der Zusammenfügung der verschiedenenEinzeltheile, ein vollständig neues Yerbindungsverfahren, das sich 101jenem noch besonders durch Haltbarkeit auszeichnete. 1 Bis dahin hatteman sich begnügt, so namentlich bei Herstellung von umfangreicherenGeräthen, als Schränken, Truhen u. dergl., die zu deren Füllungen ui' 1sonst dazu erforderten Bretter bloss entweder durch Kehlleistcn 0L * crdoch nur, ausserdem, rücklings durch Querleisten zu verbinden, und hochstens die Flächen durch aufgeleimtes Zeug oder Pergament zu verstärken»
was Alles indessen nichtvorher auch noch so
hinreichte das Holzwerk, und hatte m an
es
lange austrocknen lassen, vor etwaigem „
reis
issen
und „werfen“ zu sichern
Um diesem Uebelstand zu begegnen, vers
suchte
man nunmehr mit bestem Erfolge die einzelnen Füllungen u. s. w. imw ernur aus einer Platte, nie grösser als diese, herzustellen, und die Platte 1 ’überdies mit einander zu „verriegeln“ und in einander „einzuzapfemHierdurch wurden die vordem gänzlich glatt belassenen Flächen, da 1113,1jene kleineren Füllungen auch noch fernerer Festigkeit wegen mit Lcis tenwerk umfasste, durch derartig cingetheilte und gegliederte Felder ersetzt»dabei man diese gemeiniglich in’s Geviert gestaltete. Mit dieser t l111Wandlung, welche alsbald, zufolge ihrer Zweckmässigkeit, überall de 11Bieg davon trug, verlor sich allmälig auch der Gebrauch die Fhieh®”
durch Buntmalerei zu verzieren, da sich ja hierfür kaum Raum bot. ^stand man davon weder schon jetzt, auch noch fernerhin, gänzlich 3 »sondern beschränkte sie nur mehr und mehr auf die geschnitzten ^ crzierungen, die nun zur Vorherrschaft gelangten. — Auch kam d 3 ' 1 ’dem Betriebe an sich wohl noch die Erfindung der Sägemühlen zllD ^Bretterschneiden mit zu Gute, welche zu Anfang des Jahrhunderts, e *"seit 1320, vermutlilich in Augsburg gemacht wurde, die indessenDeutschland selber, besonders aber in Frankreich und England»
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äusserst langsam Verbreitung fand.
Neben dem Allen blieben die eigentlichen Metallarbeiter, ^Eisenschmiede, Kupferschmiede und die Giesser, nicht zurAuch in diesen Zweigen wurden je neue Erfahrungen gemacht, c „Betrieb erleichterten, und somit wiederum auch zu seiner noch vre 1
Dictionnaire raisonne du mobilier fran^ais
etc-