418 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
nur für sich bestehenden Zierratli, sondern suchte ihn mit dem Schafteüberhaupt, verzierungsweise, zu einem Ganzen zu vermitteln. Man be-gann ihn theils gleichfalls mit Stäbchen- und Rosettenwerk nach Artbaulicher Verzierungsweise zu schmücken, theils aber auch schon, in Folgedessen, so namentlich da wo er den Schaft berührte, völlig architektonischzu gliedern. Den oberen Theil des Schaftes bildete man dann, gemeinig-licher wiederum in Uebereinstimmung mit dem unteren Theil, zu demeigentlichen Träger der Küpe aus, indem mau nun auch ihn mit dieserkünstlerisch noch enger verband. Daneben fuhr man fort die zugleichzu Prachtschaustücken bestimmten Kelche gelegentlich sehr reich zuemailliren, stellenweis mit Filigranarbeit und farbigen Steinen zu be-setzen. —
Die mancherlei Büchschen und Kapseln Hessen , vermöge ihrerZweckform, hinsichtlich der verzierenden Ausstattung eine noch freiereBehandlung zu. Man stellte sie nach wie vor aus den verschiedenstenStoffen, aus Gold, Silber, Kupfer (vergoldet), Elfenbein und selbst » uS mehr oder minder kostbarem Gestein her. Auch fertigte man sie ihrerGrundgestalt nach noch fortdauernd in vielfachem Wechsel bald kugelig)bald cylindrisch, bald vier- oder mehrflächig, je nachdem mit runde®)flachem oder thurmartig zugespitztem Deckel, theils mit kürzerem oderhöherem Fuss, theils fusslos. Da, wo man sie mit einem höheren Fusseversah, wie dies jetzt namentlich bei den zur Bewahrung der geweihtenHostien bestimmten „Ciborien“ häufiger zu geschehen pflegte, bildete mandiesen zumeist ganz ähnlich wie die Kelchfüsse. Nächstdem aber schmückte.man nunmehr auch die Gefässe an sich, so insbesondere die cylindrischenund die mehrflächigen, in vorwiegendem Maasse architektonisch, inde®man hauptsächlich die einzelnen Flächen zu spitzbogig abschliessende®flacherem oder tieferem Nischenwerk, zuweilen mit dazwischen geordnetenFigürchen u. s. w. ausarbeitete. Selbst auch auf die Kugelform, die ® anvor allem für die Ciborien beibehielt, suchte man diese Art der Ver-zierung zu übertragen, was indessen hier, eben mit auf Grund der For®>zu einem mehr bloss willkürlichen Spiel mit einander sich vielfach durch'schlingendem Stab- und Rosettenwerk führte. Im Uebrigen pflegte 111 a J’alle diese Gefasschen noch unausgesetzt durch Emailmalerei und die n° csonst bekannten schmückenden Zuthatcn auszustatten. —
Die kleinen Weih- oder Sprengkessel, soweit man auch für s,edie ihnen alteigenen Formen, die von Eimerchen mit quer darüber bog ® 1förmig erhobenen beweglichen Henkeln, beibehielt, wurden denn gl elCfalls nicht selten ringsum mit einem solchen nischenartigen Schmuck eversehen. Gleichviel ob von Elfenbein oder Metall, gestaltete man sl ®ausserdem jetzt häufiger (anstatt cylindrisch) mehrflächig, und die Henk e(anstatt durchgängig in Form von langgestreckten Thieren) zu mehrthei Jg