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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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428 ! Das Kostüm vom Beginn des 14 . bis zum Beginn des 16 . Jahrli.

einzelne derartige Kronen auch schon gelegentlich von Holz fertigte undsie, etwa nur durch Metallwerk verstärkend, verschiedentlich reich aus-schnitzte. Für die Stand-und Trageleuchter blieben als Grundformen,da auch ihnen zumeist angemessen, die von säulen- und pfeilerartigenStändern vorherrschend in Geltung. Nächstdem indessen, dass man siein dieser Eigenschaft nunmehr gleichfalls nach Maassgabe der jetzt dafürgebotenen baulichen Vorbilder zunehmend künstlicher ausbildete, über-trug sich dies, im Zusammenhänge damit, auch auf den eigentlichen Fussund die Oberplatte, so dass sie mitunter sogar durchgängig das Geprägeeines derartig selbständig entwickelten Bautheils gewannen. Versahman die eigentlichen Standleuchter mit einzelnen Armen, deren Zahl manjedoch nur noch selten in symbolischer Rücksicht auf sieben ausdehnte,so setzte man auch diese mit dem Träger nun durch dementsprechendeZwischenglieder in eine engere architektonische Verbindung. So auchpflegte man fortan diejenigen Standleuchter, die, bestimmt vor dem Altaroder vor Heiligenbildern u. s. w. aufgestcllt zu werden, aus einem langenunterstützten Gestelle mit darauf nebeneinander gereihten Lichterhalternbestanden, unterhalb durch Verwendung von gedoppelten Säulen, Pfei"lern u. dergl. durchweg baukünstlerischer zu beschaffen. Abgesehen vondiesen Gestalten, die zuweilen auch lediglich aus dünnem metallenemStabwerk gefertigt wurden, unterschieden sich die Hand- oder Trage-leuchter von den Standleuchtern somit nach wie vor wesentlich nur durchgeringere Höhe, die mehrentheils kaum einen halben Fuss, ja gelegent-lich noch weniger betrug. Noch ausserdem bemühte man sich nun dieseVerzierungsweise auch auf die einzelnen Hängelampen, die AVand-leuchter und die Laternen in noch weiterem auszudehnen, dabeiman den letzteren zumeist die Gestalt von mehrflächigen, völlig archi-tektonisch durchgebildeten Gehäusen gab. Wie sehr aber auch ein solchesBestreben zunahm, schloss es doch ebensowenig aus, dass man sich nichtauch in noch mancherlei anderweitigen Formen fortversuchte. Immerhinblieb es neben dem Allen üblich die Einzelständer oder Träger, sonamentlich die der Trageleuchter, auch zu vielfach durchbrochenemFlächenwerk, jetzt zum Theil mit frei ausladenden Schnörkelzierrathen,und selbst auch w r olil zu ganzen thierisclien oder menschlichen Figuren»einerseits zu Drachen und sonstigen Ungethümen, andrerseits zu H eJ "ligen, Engeln u. s. w., nicht selten mit pflanzlichen Ornamenten verbunden, möglichst künstlerisch zu gestalten.

Die zur Erwärmung einzelner Räume, der Sakristeien u. a-» erforderlichen Geräthe, obschon lediglich diesem Bedürfnisse gewidmet)wurden von dem herrschenden Gesclimacke nicht minder berührt. Ij irZweck bedingte die Herstellung von Metall. Ihre seit Alters gebräuc iliehen Formen waren die von unterschiedlich umfangreichen vierseitig^ 11