ß. Geräth. Abendland im Allgem. Hausgeräthe (Gefasse 1300—1400). 429
Hollwägen und hochfüssigen, tischähnlichen Gestellen mit viereckigemPeuerbehälter, leichterer Beweglichkeit wegen ebenfalls mit Rädern ver-Se hen. Diese Rönnen behielt man bei, jedoch mit zunehmendem Vorzugder letzteren. Die ersteren pflegte man, so lange man sie überhaupt nochanwandte, wie schon seither, vorzugsweise vollständig aus mannigfachgestalteten, zu Arabesken verbundenem Stabwerk (in durchbrochenerArbeit) herzustellen, die letzteren dagegen nunmehr hauptsächlich, als auchbesonders geeignet dazu, rein baulich zu gliedern und zu verzieren. —Schliesslich waren es auch noch die mancherlei Kleingeräthe, dieAltarkreuze, Vortragekreuze, die sogenannten Reisealtärchen, die „Friedens-küsse“ oder „paces die goldenen (Votiv-) Kronen, Büchereinbände u. s. w.,die zum grossen Theile selbst den höchsten Reichthum beanspruchten,daran sich die Verzierungskunst fortschrittsmässig bethätigte. —
Hinsichtlich des ausserkirchliehen Geräths dieses Zeitraumslässt sich nach Maassgabe der darüber ausschliesslich vorhandenen bild-lichen Darstellungen und Beschreibungen, zugleich mit auf Grund desna tiirlichen Zusammenhanges der Dinge an sich, nur voraussetzen, dasses sich damit in Anbetracht seiner verzierenden Ausstattungsweise imGrunde genommen ganz ähnlich verhielt, wie mit den Kirchengeräthen.Doch fand bei ihm auch wohl noch insofern eine weitere und zum TheilSelbst davon abweichende Gestaltung statt, als es nicht nur ausserhalbJedes etwa bindenden (religiösen) Bezuges stand, vielmehr auch zufolgeder Vielseitigkeit der weltlichen Lebensbedürfnisse mancherlei Gegen-wände mitumfasste, welche der kirchliche Dienst ausschloss, und überdiesJ a die Steigerung eben jener Bedürfnisse für das weltliche Geräth über-Daupt eine demgemäss weitergreifende Verschiedenartigkeit begünstigte,b’nd solches betraf denn zuverlässig ebensowohl die eigentlichen „Möbel,“Se i es auch nur im Einzelnen, als auch die „Gefässe“ im weiteren Sinne.
Unter den Gefässen und den noch sonstigen mit zur Schau be-&ti mmten Geschirren begannen die aus e d e 1 e m Metall eine HauptrolleZu spielen. Die Vorliebe dafür nahm zu, und der Auftvand damit, der^eh bis um den Schluss des dreizehnten Jahrhunderts fast lediglich auf* e höclistbegiiterten, herrschenden Stände beschränkt geblieben war, er-ßriff allmälig auch den minder begüterten Adel und den reicheren Bürger-^ a nd. J n Frankreich war dies vor allem der Fall. 1 Hier hatte derbrauch von derartigen kostbaren Geschirren auch schon seither einen''eiteren Umfang gewonnen, so dass es bereits Philipp IV -, der SchöneU285—1314) mehrfach versuchte, dem Einhalt zu thun. Anknüpfend
1 ^ergl. für das Folgende bes. J. Labarte. Histoire des arts industriels au°yen-itg e etc. Tom. II. pag. 320 ff.; dazu für das Einzelne M. De Labor de.°ü° e des dmaux etc. dans musde du Louvre. II. (Glossaire).