436 I. Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrli.
sprechender aiguiere“ und „eine quarte mit einer aiguiere, beide vonvergoldetem Silber und übersäet mit den emaillirten Wappen des H er 'zogthums und der Grafschaft von Burgund“; (um 1363) „eine klein®pinte von Silber, emaillirt mit dem Wappen des Eniorant de Marrignynebst ebenso verzierter aiguiere“, „eine vierseitige pinte , vergoldet underhoben emaillirt“; und (um 1380) „zwei pintes von vergoldetem Silber,an zwei Stellen flechtwerkartig ausgeschnitten, auf den Deckeln emailü rtim Rund die Wappen von Frankreich .“ —
Die Trinkgefässe machten nacli wie vor einen Haupt- und Lid*lingsgegenstand aus, auf dessen Beschaffenheit man daher auch c ' nenganz besonderen Werth legte. Man fertigte sic aus den mannigfaltig^ 11und kostbarsten Stoffen, ausser von Metall, von Stein, Elfenbein, seltenemHolze, ja theilweis selbst von Glas und von dazu geeigneten fremdartigenNaturerzeugnissen, als Strausseneiern, Kokosnüssen, Muscheln, Tiner -hörnern u. dergl., in allen Fällen mehr oder minder reich verziert. Ob'schon hinsichtlich ihrer Grundgestalt durch ihren Zweck gewissermass engebunden, suchte man nichtsdestoweniger auch diese durch mancher^ 1wechselndes Beiwerk zu vervielfältigen. Abgesehen von den aus den * uletztgenannten Erzeugnissen gebildeten Gefässcn, die immerhin zu & enAusnahmen zählten, herrschte bei ihnen durchweg die Form des Becbe rS >rund oder mehrflächig, vor. Innerhalb dieser Form aber gestaltete 111 a11sie, bei sehr unterschiedlichem, oft beträchtlichem Umfange, bald mehr i nWeise einer Schale, bald mehr in der eines Kelches, eines Tönnchenoder einer Tasse. Nächstdem beliess man sie entweder fuss- und deckelos oder versah sie theils mit einem Fuss, theils mit einem Deckel, themit beidem. Auch pflegte man die mit einem Deckel versehenen;
so
Die
namentlich die grösseren darunter, zum Verschliessen einzurichten,letztere Art der Ausstattung betraf jedoch hauptsächlich nur die sog enannten „coupes “ (Schalen; mit Fuss: Kelche), „hanaps“ (Humpen) 01die „gobel“ oder „gobelets“ (Becher), davon häufiger die „coupes “ v °'_einzelnen „hanaps“ und diese von einer „aiguiere“ begleitet wurdoDnicht aber die „tasse“, die man wohl, wenngleich auch nur gelcgentl 1 >mit einem Deckel, doch niemals mit einem höheren Fusse, sono ^statt dessen, mit einem oder zweien Henkeln, später zuweilen auch n ^einer Dülle, versah. In Betreff der Verzierungsweise dieser Gcfässe übefhaupt, insbesondere aber mit der jener auf Füssen ruhenden coups u. s -verhielt es sich im Ganzen ziemlich ähnlich wie mit der der kirebnKelche, nur dass man sich darin hierbei noch um vieles freier und l a ^ nC ^hafter bewegte. Die Gcfässe von Strausseneiern, Kürbissen, Kokosnuss^’Muscheln, Hörnern u. s. w. erhielten gewöhnlich Füsse und reicheschlüge; die von Hörnern zumeist, zum Aufrechtstellcn, zwei Füsse, 'wiegend in Gestalt von Löwen-, Adler-, Greifen-Klauen u. dergl-» lin