B. Geriith. Abendland im Allgem. Hausger. (Möbel 1300—1400). 447
Hölzern künstlich zusammensetzte oder ebenfalls durch eingelegteArbeit u. dcrgl. schmückte. Man hatte Tische von Stein, Metall undHolz, auch solche, bei denen entweder nur das Fussgestell von Holz, diePlatte dag egen von Stein oder Metall, oder (gegensätzlich) nur die letzterev on Holz war; sätnmtlich von sehr unterschiedlicher Grösse, je nachdemmit einem, zwei, drei, vier und mehr Füssen und mit runder, ovaler,vier- und mehreckiger Platte; die Füsse entweder mit dieser festverbunden°der zu beliebiger Verwendung, als blosse Untergestelle, unabhängigdavon. Dieser gewöhnlich vierfüssigen und sägebockartigen Gestelle be-diente man sich fortdauernd vorzüglich, wie ja auch noch gegenwärtig,z ur Herstellung von sehr ausgedehnten Tafeln, wie solche grössere Gast-gebote erforderten, indem man darauf die nöthige Anzahl von Lang-Platten, dicht aneinandergereiht, ordnete. Doch pflegte man nun auchselbst bei derartigen Gelegenheiten schon häufiger etwa zu Zweien oderVieren an einzelnen Tischen zu speisen, deren jeder ein zusammen-hängendes Ganze bildete. In allen Fällen blieb es Gebrauch, die Speise-hsehe während der Mahlzeit mit einem „Tischtuche“ zu bedecken,das man indessen nicht immer weiss, sondern zuweilen auch farbig undgenm s tert, mit einem weissen Tuch inmitten darüber, beliebte. Nächstjenen leicht zerlegbaren Tafeln und den oft sehr umfangreichen Speise-tischen behielt man zur Ausstattung von Hallen im Erdgeschoss auch diedafür bereits seit Alters üblichen, nicht minder oft sehr grossen Stein-tische bei. Bei weitem die geringste Verbreitung indessen dürften dieganz metallenen Tische gefunden haben, ausgenommen etwa dassman die Schreib- und Lesepulte jetzt zunehmend häufiger vonHvonze oder Eisen fertigte (S. 413). Demgegenüber begann man jedoch,v^onn auch wohl erst während der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, ge-'vissermassen als Neuerung nicht allein künstliche Tische zum Zusammen-l ß gen (Klapptische) herzurichten, sondern auch sogenannte Credenz-,Schenk- oder Anrichte-Tische und, zur Aufstellung von kostbarenTafelgeschirren, eigene Schautische („dressoirs, dre(oirs, dreqouers “)e *uzuführen. Bis dahin war es allgemein üblich gewesen bei MahlzeitenUnd Festgelagen die grossen Flüssigkeitsbehälter entweder unmittelbara uf die Erde, oder auf eine nur massig hohe Platte zu (stellen, und mite 'netn Tuche zu bedecken. Ohne diesen Gebrauch gerade durchweg auf-Zu geben, nahm man davon in den vornehmen Kreisen mehr und mehrAbstand. Die (Schenk-) Tische, die man jetzt dafür bestimmte, wurdena Uerdings zunächst noch, allein in Rücksicht ihres Nützlickkeitszwecks,^ur ziemlich einfach behandelt. Sie erhielten die Gestalt eines von vier°der sechs Füssen unterstützten länglich viereckigen Kastens, die Füssel, uterholb durch ein zur Aufnahme von umfangreicheren Gefässen geeig-netes Brett verbunden, der Kasten vorn inmitten getheilt und jede Hälfte