B. Geräth. Abendland im Allgem. Kirchenger. (Gefässe 1400—1500). 4ßl
geordnetem Zierwerk, theils in ausschliesslicher Verwendung des Letzteren.1 eben den eigenen Erfindungen, die man hierfür anwantfte, und welcheSlc h jetzt noch weit häufiger als sonst in wunderlichen Herausbildungenrein willkürlichen Figuren, von Pflanzen-, Thier- und Menschen-astalten u. s. w. äusserten, blieben es die baulichen Zierformen, diedafür beanspruchte. Sie aber in ihrer nunmehrigen üppigeren Be-andlung von reich gekräuseltem Blätterwerk, von verschiedenartigst ver-undenem geraden und geschwungenem Maasswerk, von vielfachst ge-glederten Säulchen und Stäbchen, von freien und durchbrochenenekrönungen, von überschlanken oder gedrückten, auch halb^ingezogenenpitzbögen, von mannigfaltigst behandelten Flächengliederungen u. s. f.,tr ugen denn nur noch um so mehr und um so entschiedener dazu bei,e geräthliche Verzierungsweise in noch Weiterem zu bereichern und soa uch im Ganzen zu einem wahrhaften Zier-Gepränge auszuprägen.Die kirchlichen Geräthe wurden davon wiederum zunächst be-°ien. Bei Beschaffung der heiligen Gefässe hielt man wohl nocham längsten an den gewohnten Einzelformen fest. Indessen nachdemtl ? an bei ihnen, etwa seit der Mitte des Jahrhunderts, überhaupt erstjnnmal begonnen hatte sie der neuen Geschmacksrichtung gemäss zuaudeln, wurden sie dieser dann um so schneller durchgängiger unter-r ß n. Keines derselben, soweit es die bedingte Grundform irgend ge-et e, blieb hierbei unberührt. Und so auch wurde selbst der Kelch,g eich gerade er im Verhältniss zu seinem Zwecke schon eine fasterwiegend schmuckvolle Ausstattung erfuhr, gelegentlich noch um Vieles^*cher und mannigfaltiger durchgebildet. Fortan gestaltete man seineng.. s ’ w enn in baulicher Anordnung, nicht selten zu einem förmlichenu ndel von reichst gegliedertem und durchbrochenem spitzbogigemen- und Pfeilerwerk, oder, wenn in freierer Form, zu einem sichöiit aClS ^ durchschneidenden schwungvoll aufsteigenden Kosettenwerkdie l^eetth'tem Mittelknauf (Fig. 188 a); dazu bedeckte man nun
jjj. u PPe häufiger bis über die Mitte hin entweder mit Maasswerk oderD Pflanzlichen Zierrathen, und zuweilen noch darüber mit eingravirtenPfeilungen, dazu man vorzugsweise Scenen aus der Leidensgeschichte,p _ e - Auch pflegte man wohl den Kelch überdies in allen seinene uen, ohne Rücksicht auf seine Grundform, mitunter sogar in ge-jagtester Weise, durch Filigranarbeit zu schmücken (Fig. 188 b). —Und 6iCl1 re icher, und in Bezug auf Erfindung von Einzelzierrathen(j deren Verbindung miteinander zu einem bestimmten selbständigenBj c ^ Zen höchsten Grade wechselgestaltig, entfaltete sich dann diesefleso vorn ämlich an allen den Gelassen, die eben auch wieder ihrerauff 1 ereren zweckdienlichen Hauptfassung nach zu freierer Bethätigunger ten. Es waren dies nächst den mancherlei Kannen, den