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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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462 Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

Ciborien und kleinen Büchsen, die Räucherfässer und vor allemdie Reliquienbehältnisse. Bei den ersteren allerdings, und so auchbei den Räuchergefässen, wenn gleichwohl bei diesen schon weit weniger,

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blieb man zufolge ihrer notliwendig einzuhaltenden Bedürfnissformimmerhin noch im Allgemeinen auf gewisse Grenzen beschränkt. D 0 ^ 1wurden auch diese nun bis zum Aeussersten hin erweitert, indem m» nnicht allein die wunderlichsten Gestaltungen ersann, wie die von Menschen)Thieren, Pflanzen, Baulichkeiten u. dergl. zuweilen in seltsamster ^ erbindung r ja mitunter sogar der Art, dass sie dem eigentlichen Wesen & eTSache geradezu wiedersprechen, sondern auch jede Verzierungsform,zwar mit vorwiegender Hinneigung zu dem buntesten Maass- und Laubwerk, unbedenklich in Anwendung brachte. Vorzüglich aber in H erStellung der mancherlei Reliquienbehälter verlor man sich schliessl*in einer Fülle von so eigenthiimlichen, verschiedenartigst reichen B 1düngen von baulichem und sonstigem Gepräge nebst figürlichen 11anderen rein phantastischen Zuthaten, dass es ein völlig zwecklosesmühen sein würde, sie auch nur ihren Hauptgrundzügen nach irg enverständlich beschreiben zu wollen. Nur in Verfertigung der Monstranz®*^darin sich die Deutschen auszeichneten, folgte man noch bis überSchluss dieses Zeitraums vorwiegend der ihnen gleich von vornhereinbesonders zugeeigneten Form eines aus leichtem Strebe werk thurmarumgliederten Gehäuses. Ganz im Sinne der herrschenden Richtungverfuhr man dann auch in Herstellung sowohl der grösseren Behält® r jwie namentlich auch der Taufsteine, die man nicht selten durchgängig

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