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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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470 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

die Dinge möglichst genau zu verzeichnen, scheiterte nicht selten anderen jetzigen künstlicheren Fassung und oft überschwänglichen Fü’flcvon vielfachst decorativem Beiwerk. Ohne davon noch ein durchaus auschauliches Bild gewähren zu können, geben sie aber eben nur um £0entschiedener einen Begriff davon, bis zu welch hohem Grade man dannvorging und welchen, also zuweilen selbst verwirrenden Eindruck ''° nPracht dies auf den Beschauer machen musste. —

Die sogenannten Brunnen, Dreifüsse, Schiffe u. dergl*> ff)lüberhaupt die umfangreicheren Tafelaufsätze, blieben vor allem Hauptgegenstände eingehendster Bethätigung. An ihnen entfaltete man hm erhalb ihrer einmal gegebenen Grundformen sowohl in Erfindung fio lirlicher Darstellungen, als auch in Zusammenstellung von blossen Zierrath enund schmückender Behandlung, einen ungemeinen Reichthum. Wo ,iu ' nsich dazu, gleichwie schon seither, der baulichen Ornamente bedient^kam dem deren nunmehrige üppigere Durchbildung ganz besonders zUGute. Dies war namentlich bei den Dreifüssen der Fall, da man siegewöhnlicher in ihren Haupttheilen durchweg derartig gliederte.auch auf die Gestaltung der Brunnen wirkte dies, wenigstens einerseit-in dem gleichen Maasse zurück. Man beschaffte sie fortgesetzt z 11111Theil sogar gänzlich in Art kleiner Bauwerke, dabei mit Vorliebe an d erDarstellung von Thürmen, zinnenbekrönten Schlössern oder Burgen u. “o •festhaltend. Dies dehnte man indessen nun immer häufiger auch in n °weiterem Umfange zu eigentlich figürlichen und gelegentlich selbst I aIschaftlichen Schaustellungen aus. Die Burgen erhöhte man durch FcF el ’besetzte diese stellenweis mit kleinen Thürmchen, mit Bäumen, Bl uiuelu. s. f., und fügte dem zahlreich menschliche Figuren, gemeiniglich astürmende und vertheidigende Krieger zu Fuss und zu Ross, und awohl, bei friedlicheren Scenerien, verschiedene Thiergruppen hinzu, Fteb ellieferungsweise noch ziemlich beliebt war die Darstellung von M ’ 11bürgen, welche Weiber gegen den Andrang verliebter Ritter zu sch 11 ^suchen. Um den Gesammteindruck möglichst zu steigern, pflegte 1dies in einzelnen Theilen, so namentlich die Bäume, Blumen unddazu geeignete Gegenstände farbig zu emailliren. Andrerseits alle rt * J,1 =fuhr man auch fort die „Brunnen “, ohne Benutzung von baulichen Forvöllig frei zu behandeln. Und hierin vorzüglich suchte man sich njetzt durch stets neue und überraschendere Erfindungen hervorz«

Was nur eine Wirkung versprach, wurde dafür in Anspruch genomDie Gestaltungen, einestheils ankntipfend an die verschiedensten ^scheinungen und Vorkommnisse des wirklichen Lebens, andern ^lediglich dem Spiel der Phantasie entsprungen, vervielfältigten sic 1 ^äusserstem Wechsel, und machten nicht selten völlig vergessen ^ a=S UI11sich bei ihnen doch wesentlich um ein Flüssigkeitsbehälter, mithin