472 !• Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16, Jahrli.
steigender Ueberraschung, in bestimmten Zeiträumen nach einander '°*'gefahren. Da gab es hohe und weite Burgen mit Thürmen und son-stigen Befestigungen, von Felsen oder Elephanten getragen, die gegeneinander anrollten, aus denen sich plötzlich eine Garbe von Schwärmernund Raketen prasselnd erhob; anderweitige Baulichkeiten, deren 'Wändeaufs Reichste von zierlichem Maass- und Stabwerk gitterartig durch-brochen waren, in denen zahlreich seltene Vögel umherflogen; Tliiere '° nungeheuerlicher Gestalt, die Feuer sprühten; verschiedenartigst gebildeteBrunnen (Tlnirme, Felsaufbaue, Grotten, zum Theil mit Teich-ähnliche 11Behältern), welche aus zahlreichen Oeffnungen verschiedene Weine sp eUdeten; grosse künstliche Fexirgefasse u. A. m. Wie in Allem waiPrachtaufwand anbetraf der Hof von Burgund kaum noch eine Grenz®kannte, bestrebte er sich auch nach dieser Seite hin das Aeusserte zuleisten. Wenngleich sich die Festaustattungen Philipps des Guten nid"unter schon bis zum Maasslosen hin verloren (S. 103 ff.), wurden '* ezuweilen durch die Karls des Kühnen dennoch Überholen. Als derselbe
bei seiner Zusammenkunft in Trier mit dem Kaiser (um 1474),welcher Gelegenheit er überhaupt in pomphafter Weise auftrat (S. 1- j’ein grosses Festmahl veranstaltete, liess er die Tafeln durchaus mit sbernen und goldenen Geschirren bestellen, die, bei überaus prächtige* 1Arbeit, von Perlen und Edelsteinen erglänzten; darunter dreissig gold eueSchüsseln, davon man eine der grösseren auf sechstausend Gulden schätzte-Und unter den zahlreich umfangreicheren Schaugeräthen, mit welchenbei seiner Vermählung in Brügge (um 1467) das Hochzeitsmahl a “ sstattete, befanden sich nicht weniger als dreissig silberne Schiffe, J eavon sieben Fuss Länge, mit Masten und vollständigem Takelwerk) J evon vier kleineren Böten begleitet, umgeben von Felsen und Seethie renDie Schiffe enthielten zum Theil riesige Braten und sonstige feste*Speisen, die Böte zumeist rohe oder eingemachte Früchte, allerlei ^würze und Zuckergebackenes. — Ausserdem pflegte man nun wohl anoch anderweitige Geschirre, w r ie hauptsächlich Platten, Schalen 0Schüsseln und einzelne Flüssigkeitsbehälter gelegentlich eben^falls von sehr beträchtlichem Umfange herzustellen, indem man sie * r0 ^dem nicht minder aufs Künstlichste und Reichste verzierte. UaPlatten, Schalen und Schüsseln von den Speisen, zu deren Auftracht -dienten, zum grössten Theil völlig bedeckt wurden, boten sich beieiner derartigen Ausstattung wesentlich nur ihre Flachränder dar. Dennbeschränkte man solche nicht lediglich darauf, vielmehr dehnte sie m _zelnen Fällen auch auf deren Boden und selbst über das ganze Gera
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Kinder * u. ^ asswerk > Laubwerk, Blumen, Früchte, Thiere, tanzenm-
schmackvoli vt-I zlnralen dics Alles miteinander verbunden oder g e 'auch wohl mit dem Wappenbilde des Besitzer*