B. Geräth. Abendland im AUgem. Hausger. (Tafelgeschirr 1400—1500).* 473
untermischt und theilweis farbig emaillivt, wählte man dafür bei weitemam liebsten. Den Flüssigkeitsbehältern aber, welche ihrer wennauch immerhin bedingten Grundform nach eine äusserst mannigfaltigeDurchbildung zuliessen, gab man unter vielseitigstem Wechsel im Ein-zelnen vorwiegend die Gestalten von weitgeöffneten Kannen, verschiedenprofilirten Bowlen, bald schwerer bald zierlicher geschwungenen Yäsen u. s. f.,entweder mit kürzeren oder höheren Füssen , mit Henkeln oder henkellos;unterschiedlich mit erhobenen und sonstigen Zierrathen bedeckt. Papst
Po ul 11 . (1464 _1471), der es liebte feierliche Gastgebote auch durch
kostbare Geräthe zu verherrlichen, liess zu dem Zweck unter anderemzwei grosse silbervergoldete Vasen, vermuthlich Spül- oder Külilgefässe,unfertigen, (jedes?) einhundertundaehtzehn Pfund schwer. — Einem der-artig höchstgesteigerten Aufwande konnten selbstverständlich immer nurdie Reichsten, mithin stets nur sehr Wenige, wirklich Folge geben.Somit mag es denn allerdings auch oft genug vorgekommen sein dassoaan solche und demälinliche Geräthe lediglich auf den Schein hin, ebenour von Kupfer- oder gar Eisenblech in blosser \ ergoldung odei "\ ei-sdberung herstellte.
Von den sonstigen Tafelgeräthen behaupteten die Salzfässer alsHauptgegenstände künstlichster und reichster Behandlung ihren Rang.So gross auch die Mannigfaltigkeit der Formen war, die man dafür be-r eits in Anwendung gebracht hatte, wurden diese durch immer neue Ein-noch bedeutend vermehrt. Einerseits erfuhren die ihnen schon zu
falle
ar Jheilten Gestaltungen, so insbesondere die von Schiffchen und vonangenumwundenen Schalen, durch verschiedentlichstes figürliches underes Reiwerk eine durchgreifende Erweiterung, andererseits aber schrittI '? an ’ Zlr weilen in höchst sinnvoller Weise, zu völlig neuen Zusammen-ungen. Um dem möglichst genügen zu können, wandte man sich inzu . naem Maasse der Mitbenützung von edlen und halbedlen Steinarteng a^ 1U( ^ eni umn nun häufiger aus diesen das eigentliche Gefäss, gleich-th ■] a ^ S ^ en Hern der Gesammtdarstellung, entweder ganz oder doch•Uweis verfertigte. Yornämlich wählte man dazu Krystall, Jaspis,arl ® er P ent ub Chalcedon u. dergl., damit sodann die besondere Gold-lich eit au ^ s Wechsel vollste verbindend. Jedem auch noch so wunder-f- en Gedanken suchte man hierbei Ausdruck zu geben. Die scliiffs-Gefasse besetzte man jetzt zuweilen mit sechs und mehrso U i lmen ’ 111 Menschen, Thieren u. s. f. in vermehrter Zahl und oftme' ^ arster Anordnung, umgab sie mit Muscheln, Seegewächsen undoder f Se ^ Sam er ^ ac kten Seethieren. Die Schalen, die man, flachermuschelartig, bald vasen-, bald korbförmig, auch völlig]j e u Dich durchbildete, schmückte man an zwei einander gegenübern e n Seiten oder auch ringsum vorwiegend mit geflügelten Schlangen