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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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I. Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrli.

ganz besonders angelegen sein Hess. Neben den bereits so vielgestaltige' 1Sesseln und Stühlen, darunter man den hochlehnigen Ehrensesseln unaus-gesetzt in jeder Rücksicht imponirenden Schmucks die grösste Aufmerk-samkeit widmete, stellte man nunmehr, ausser noch mancherlei anderenmehr oder minder zweckdienlichen Sitzen, auch künstliche Drehstühlevon unterschiedlicher Zusammensetzung ( Fig. 196 ) und, zu besonderemGebrauch, wie namentlich für Kranke, auch eigene bequem eingerichteteRollstühle her. Als die Gemahlin Karls VJ., Isabella von Bakrn,

Fig. 196.

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sich krankheitshalber zum Gehen zu schwach fühlte, bediente sie 51(um 1415) eines solchen, auf vier Rädern ruhenden Sessels von R llS *baumholz, der zugleich zum Tragen eingerichtet war, welchen dermacher Mahier in Paris angefertigt hatte. 1 Die Lesepulte,wohl seit Erfindung der Buchdruckerkunst zufolge der dadurch g elüderten Verbreitung von Schriftwerken in keinem begüterten Hauswese'bdas als gebildet gelten wollte, mehr fehlen durften, wurden nach mehrerSeiten hin noch um vieles bequemer beschafft. Ohne die dafür . lC nFormen von drehbaren Ständern mit schrägen Gestellplatten und diesägebockartigen Gestellen aufzugeben, bildete man diese doch zumnoch umfangreicher und zierlicher aus, und vermehrte sie ausserdurch ein- und mehrfiissige tischähnliche Gestelle mit runder oder me

JL de Laborde. Notice des Onaux, bijoux et objots divers etc.(unterchaifcres) S. 200.