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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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496 E Las Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

aus dem Bereiche der eigentlich grösseren Musik auf das wanderndeVolksmusikantenthum über. Selbst für die flachcylindrische, tamburin-ähnliche Handtrommel wandte man im vierzehnten Jahrhundert bereitsdurchgängiger einen Schlägel an. Aehnlich wie die langen Trompetenpflegte man nun auch die grösseren Trommeln, namentlich da, wo mansich ihrer bei festlichen Vorkommnissen bediente, mit gestickten Behängen»und zwar ringsum, nebst Troddelwerk u. dgl. reichst auszustatten. Auchder Gebrauch der Triangel, nach wie vor zuweilen mit mehreren ein-gehängten Bingen versehen, und der der metallnen Handbecken, dieman wohl noch vergrösserte, dauerte nicht nur unbeschränkt fort,mehr ward, wenigstens im Einzelnen, noch erweitert. Die alten KlapP'hölzer, darunter auch die in Frankreich sogenanntencliquettes, d<®Castagnetten, und nicht minder auch die einzelnen Glockenspiel®die mit der Hand vermittelst eines Hammers gespielt wurden, fandendagegen kaum noch weitere Verbreitung als höchstens unter dem nie-deren Volke, wo sie sich zum Theil als gelegentliche Belustigungen 1 ^geradezu festsetzten und forterbten. Aus jenen kleinen Hand-Glocken-spielen gingen im Verlauf des vierzehnten Jahrhunderts grosse, künst-licher angeordnete Glockenspiele und Geläute zur Aufstellung in Kire^ 1 '

und Rathhaus-Thürmen hervor. Von den Saiteninstrumenten

blieb die Harfe zumeist beliebt, und wurde sogar im Verlauf des vier-zehnten Jahrhunderts das hauptsächlichste Instrument der Sänger, dochohne etwa in Folge dessen ihre Form merklich zu wechseln (Fig- & ab. e). In solcher Eigenschaft erhielt sie sich bis ins sechzehnte J a h r 'hundert, indem man fortfuhr sie, mithin stets dem jeweilig herrschendenGeschmack gemäss, durch Schnitzerei, eingelegte Arbeit u. dergl. z" verzieren. Dasselbe betraf in geringerem oder höherem Grade auch d> eübrigen Instrumente, was jedoch auch ihre Grundgestaltung nicht änderte-Demnächst behaupteten sich, bis zu derselben Zeit, das sogenanntePsalterium (Fig. 31 d), das man im fünfzehnten Jahrhundert verengzeit noch verlängerte, und die unterschiedlich besaitetenCyiha rRn(Zithern) undLauten, die letzteren bereits in der ihnen noch neeigenen Gestaltung vorzüglich. Die uralterthiimliche zweischenkho eLyra (Fig. 31 e) gab man völlig auf; und das zum Spielen der Mch^zahl dieser Instrumente seit Alters benutzte Spielstäbchen oderplectm nlwurde gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts immer seltner ang ewandt, vornämlich aber im fünfzehnten, mit Beschränkung auf nur einzelne guitarrenähnliche Instrumente, wie diePandore, Citole und 3^*dore, durch freies Fingerspiel ersetzt. Die Bogen- oder Streif.Instrumente gestaltete man nach wie vor fast durchgängig»allerdings sehr verschiedenem Umfange und verschiedenzähliger Besaitungganz ähnlich theils den Lauten (und den noch gegenwärtig sogenann e