500 Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.
orientalischen „tactaravan“ oder „ palankin “ ähnliche Gestaltung; ieeines zwischen langen (Trage-) Stangen hängenden Bettes nebst baidachinartiger Umdachung, durchaus. Ebenso auch fuhr man bei ihnen, gl elCwie bei den Wägen da, wo es auf Prunk abgesehen war, fort, das Ge^stell durch Schnitzarbeit j Malerei u. s. w. reich zu verzieren und 1Umdachung, als auch die Lager- und Sitz-Polster, von kostbaren Stozu beschaffen. Nicht minder blieb die Weise der Beförderung 10dauernd dieselbe und geschah entweder durch Träger oder, so namen 1auf Reisen, durch zwei zwischen den Stangen eingeschirrte Pferde, n°beidenn der eigentliche Führer oder Leiter, wiederum wie bei den bwerken, auf einem der Pferde ritt oder, den Lenkzaum in der einen; ^Geissei in der anderen Hand, daneben ging. Nächstdem warenblieben die Sänften ein hauptsächliches Beförderungsmittel für *' raund altersschwache Personen. —
Das Kriegsgeräth erfuhr durch Einführung der Rohrcn-P u ' ve *geschosse oder „Kanonen“ eine vordem nicht geahnte Erweiterimc’andrerseits aber auch, mit deren Vervollkommnung und zunchnten
Verallgemeinerung, eine Vereinfachung und nachhaltigste Wandlung'
nicht
und wann man sich dieser Geschosse zuerst bediente, lässt sichmit Sicherheit sagen. Indessen, mögen auch die Annahmen eines sC ^° nsehr frühen kriegerischen Gebrauchs derselben im Oriente, 1 wie auchderen Benutzung in Spanien bei der Belagerung von Baza umund seitens der Araber bei der von Alicante um 1331, als nur " a ' irscheinlich dahingestellt bleiben, liegt immerhin ausser Zweifel, dass m fllsie lange vor der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts hie und da kauund, wenigstens vereinzelt, anwandte. Solches geschah bestimmtFrankreich um 1338 bei der Belagerung von Puy-Guilham, beiGelegenheit Barthel du Brach für Pulver und anderweitige Sch> e -bediirfnisse mehrfach Zahlung leistete. Auch waren schon zu derselbeZeit selbst die Ordensritter in Preussen in Besitz von derartigenschützen; und bald darauf auch der König von England, welcher so ^in der Schlacht bei Crecy, um 1364, mit sich führte. Seit derJahrhunderts nahm ihre Verbreitung überhaupt zu. Bereits uni ^besassen die meisten grösseren Städte, vornämlich die deutschen K estädte, so insbesondere Nürnberg , Augsburg , Lübeck , Ulm , Speieru- 8 -je eigene Geschütze und Pulvervorräthe. In dem Jahr wurden zu L ^in Flandern sogar zwölf Donnerbüchsen verkauft. Der VonaPulver war oft sehr beträchtlich, wie denn eben in Folge dessen,Unvorsichtigkeit veranlasst, im Jahre 1360 das Rathhaus von Lübec
1 ' erg], meine „Kostümkunde. Geschichte der Tracht und des GerätMittelalter vom 4. bis zum 14. Jahrlnutdert 1 '. (Stuttgart 1864,) S. 302 tt.