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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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506
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506 L Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

überhaupt bestanden theils, ebenfalls noch in engerem Anschlüsse an ihrealterthümliche Unbeholfenlieit, in sogenanntenülocklaffetten, theilsaber auch schon, in zweckgcmässerer Durchbildung, aus mindestens unter-wärts getheiltenStückkarren, und waren, wenigstens in überwiegenderZahl, sowohl zur Bespannung mit einem oder mehreren Pferden einge-richtet, als auch, zu thunlichster Ilandtierung, an den Seiten und hinter-wärts mit mancherlei Ringen, Hacken u. dergl. versehen. Zur Bedienunghatte man, sicher schon seit ältester Zeit, unterschiedliche Zündbücbsen,Lunten, Lader, Wischer, Schaufeln, starke Stellhackeu u. A. m. ® iebronzenen Röhren pflegte man stellenweise in erhobener Ciselirarbeit zUschmücken.

Die altherkömmlichen Kriegsgeräthschaften wurden von denPulvergeschossen keineswegs sofort verdrängt, vielmehr erhielten sich da-neben, bei deren doch immerhin nur sehr langsamen Verbreitung, "de esscheint mindestens bis gegen den Schluss des vierzehnten Jahrhundertssogar noch insgesammt ziemlich unverändert in Gebrauch. Auch g 3 * 3man davon nur allmälig vorerst lediglich diejenigen auf, welche sich derneuen Erfindung gegenüber als fernerhin unhaltbar erwiesen und die,welche dadurch selber ihren vollkräftigsten Ersatz fanden. Es betrsdies somit einerseits vor allem die hohen aus Balkenwerk zu zimmerndenBelagerungsthürme oderEbenhoch, die nur auf Walzen vermitteleWinden gegen die Mauern befördert werden konnten, andrerseits diemancherlei Arten der zum Theil äusserst schwerfälligen armbrusähnlichenWerfzeuge, obschon man sich gerade von diesen nur ungern trennte und von ihnen hie und da wenigstens einzelne, vielleicht 1zweckmässigerer Umgestaltung, auch noch bis ins fünfzehnte Jalirhunhinein anwandte. Ebenso war dies der Fall mit den hohen seiikregestellten Pfeilgeschossen oderBallisten , deren Kraft auf de®elastischen Gegenschlag eines hinterwärts angebrachten starken metalln® 1Stabes beruhte, deren man sich nun gemeiniglich zum Werfen von Br«,pfeilen bediente. Dahingegen blieben die zur Zertrümmerung von Ma 11 ^werk üblichen gewaltigen Stosswerkzeuge oderDriböcke sa®ihren Schutzdächern von Balkenwerk und, nächst den unterschied!®Sturmleitern, die eigentlichenSchleudermaschinen auch oirgendwelche Beeinträchtigung ihrer ursprünglichen Bedeutung u " al ^gesetzt in Geltung, ja behaupteten solche selbst, so insbesondereSchleudermaschinen, bis um den Schluss des sechszehnten JahrhunDie Letzteren bezeichnete man, zumeist schon seit dem dreizehntenhundert, wohl sicher mit auf Grund ihrer Verschiedenartigkeit, alsBiy(Bleiden), Tummerer (Tummler), Mangelt (Mangen), Onager, Q u ^werke u. s. f. Ihr Hauptzweck war grosse Massen von schweren ^und anderweitigen Gegenständen, als Feuerbränden (und allerlei Unra