Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
508
JPEG-Download
 

508 ! Das Kostüm vom Beginn des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrh.

am entgegengesetzten Ende in der Schlinge oder im Kasten liegendenGegenstand fortschleuderte. Hierbei suchte man die Wurfkraft zuweilennoch dadurch zu verstärken, dass man den mit Gewalt niedergehaltenenBalken bei seinem heftigen Emporschnellen gegen einen zu diesem Zweckangebrachten, dementsprechend thunlichst gefestigten Querbalken anscbla-gen liess. Bei anderen Geräthen der Art befand sich am Wurfbalkendie Achse nicht weit von seinem unteren Ende, so dass ihn das Heber*gewicht seiner darüber hinausgehenden Länge sammt dem vorn daranbefindlichen Schleuderkasten niederhielt. Ihre Schwungkraft ward da-durch bewirkt, dass man eine Platte mit darauf gehäuften Lasten vonausserordentlichem Gewicht, vermittelst besonderer Vorrichtung, auf d asuntere (kurze) Ende jenes Balkens fallen liess. Im Uebrigen waren dieseGeriithe, wenigstens im Wesentlichen, den anderen durchaus ähnlich be-schallen. Und scheint es auch dass sie sich insgesammt im Grundegenommen eben nur darin unterschieden, dass der Schwungbalkcn beiden einen in senkrechter Schwebe hing, bei den anderen, gleich-sam zwanglos, durch eigene Schwere wag er echt ruhte. Man kann e »

somit auch wohl gelten lassen, dass man als Hauptunterscheidungsmerknuu

geradezu jene als diehohen, diese alsniedere Werfzeuge bezeichnet-Das Bestattungsgeräth wurde wohl durchgängig nur noch in-sofern verändert, als man eben lediglich in seiner verzierenden Ausstattungstets den Wandlungen des Geschmacks überhaupt folgte. Da es f or *dauernd zu den seltnen Ausnahmen zählte, den Verstorbenen zur Gruzu fahren, es vielmehr ganz allgemein üblich blieb ihn, nach ku rZ ^Ausstellung, dorthin zu tragen, beschränkte sich jenes unausgesetzt a ^die dafür bereits seit Alters gebräuchlichen Tragebahren, Särg eund Trauertücher: dies Alles, je nach Rang und Vermögen des ^hingeschiedenen, einfacher oder reicher geschmückt (vergl. S. 138).Bahren bestanden nach wie vor aus zwei durch Querhölzer oder Brc

1 Neben der Bestattung in Särgen dauerte auch noch während des lu e ^Rede stehenden zweihundertjährigen Zeitraums und ber den mittleren Sh in ^wenigstens an mehreren Orten, selbst bis über das sechszehnte Jabrhu n ^hinaus, die uralterthümliche Bestattungsweise ohne Sarg ziemlich unveron ^fort. Bei dieser Art der Bestattung wurde der Leichnam gemeinigbc ^starken Leinwandbinden, die zuweilen in Wachs getränkt waren, fest un3,VU g r0 ftdarin eingenäht und lediglich so, nur mit dem Trauertuche bedeckt, zur , et tgetragen und beerdigt. So auch hielten noch bis ins sechszehnte Jahr j, enEinzelne an dem von einigen Mönchsorden seit höchstem Alter gepflegten , e nfest, dass es der Seele zu ewigem Heil gereiche, in einer Mönchskutte oe*, ezu sein und suchten sich solche zu dem Zweck, natürlich immer nur S e ®f^jj C bo rBezahlung, zu verschaffen. Yergl. die reiche Sammlung hierauf bezuStellen bei W. v. Reinöhl. Die gute alte Zeit, geschildert in historisc e®trägen u. s. w., in J. Scheiblo. Das Kloster. Stuttgart 1847. S. 821 »