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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
denn nunmehr vor allem durch Eroberungs- und Erbfolgekriege bestimmt.Sie wiederum reizten die Eifersucht und verschärften die Aufmerksamkeitder einzelnen Reiche gegen einander. Die Wahrung und Sicherung il iresBestandes forderte sie zur Herstellung eines Gleichgewichts auf, un( ^drängte sie zu sehr verschiedenen Bündnissen und Gegenbündnisseil.
An Stelle des alten Adelsheers, der lehnspflichtigen Gefolgschaften, war(mit kaum noch wirksamen Ausnahmen) das freie „Söldnerthum'' 8 e ~treten, auch von einigen Fürsten bereits der Anfang zur Herausbildungständiger Truppen gemacht worden. Das Bürgerthum, einzig abgesehenvon den vereinzelten Gebieten die Freiheit noch behaupteten, fühlte sichlängst der Kriegspflicht entledigt und vom Kriegsdienste entwöhnt. E shatte für seine Selbständigkeit eine schwanke Sicherheit und eine für d> eAusübung seiner friedlichen Betätigung allerdings heilsame Ruhe g e ‘wonnen. Bei ihm hauptsächlich sollte es sich nur noch um den Kampder Meinung, um die allgemeine Berechtigung der Denk- und Ghubens-freiheit handeln. Und diesen Kampf, bald auch unterstützt di :h dieKraft gleichgesinnter Fürsten, freilich wo es sein musste auch iw* ( J CD1Schwerte auszufechten, wurde nun seine nächste Aufgabe. In Itf> 11 e11und Spanien konnte dieser Kampf nicht gedeihen. Hier sofort imerstickt, vermochte er dorthin nur mittelbar, in seinen Folgen, z jrUzuwirken. —
Der Vorrang der Herrschaft in Europa ward dem Hause Habsburezu Theil. Als Ferdinands des Katholischen und Maximilians /• .
Karl, Herr der Niederlande , die grosse Hinterlassenschaft beider (und 1519) erblich angetreten hatte, vereinten sich unter seinem >- ce ”nächst Burgund, Aragonien , Castilien , Navarra , Sardmi ^Neapel , Sizilien , Amerika und die deutsche Kaiserkrone,weite Ausdehnung dieses Besitzes, dazu (seit 1527) noch Böhmengrossentheils Ungarn fielen, bestimmte ihn die Verwaltung von ureich, doch unter seiner Oberhoheit, (1521) seinem Bruder Ferdm ^zu übertragen. Ihm selber lag die Aufgabe vor, sich in Spanien befestigen. Nachdem es ihm hier mit Hülfe des Adels in der >- cbei Villalar (1522) gelungen war die „Communeros“, und spnllt y] e ; n .Spanien , seinem Willen zu unterwerfen, stand er unter den ^ ^
herrschern als der höchste gebietende da. Frankreich vor allem - ^
dies fühlen. Die alte Eifersucht beider Staaten um den Besitz ^liens, nunmehr auch noch um das Principat in der Rangstcllunghaupt, erhob sich um so heftiger. Aber schon die Schlacht von ‘(1525), die Franz I. in die Hände seines Gegners lieferte, entschie ^gleich auch im Allgemeinen für die Vorherrschaft Spaniens . E‘ espr e j c ] 13stand in Verbindung mit dem nun fast unausgesetzten Kampf Fran _gegen Spanien (bis 1547) und die Ausbreitung der Reformation g