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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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Geschichtliche Cebersicht.

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Lehre in seinem Reiche auch nur duldsam zu betrachten. Auch wurdejßse Lehre nun hier alsbald von den politischen Parteien zugleich als1 tel zur Erreichung ihrer selbstsüchtigen Zwecke benutzt, somit in ihrertiefen Bedeutung und Wirkungsfiihigkeit mindestens stark ab-'rächt. Nicht eher konnte sie hier überhaupt auf die Form dessenlebens irgend bestimmend zurückwirken, bis dass sie durch dengendruck, den sie unausgesetzt erfuhr, endlich in äusserster Gegen-Eannung den Kampf um ihre Befreiung begann. Indessen wie dier a tnisse einmal fester begründet lagen, wurde dadurch nun keines-y . j etwa wie in den übrigen Ländern eine allgemeinere Ausgleichung,ehr zwischen den Glaubensparteien eine nur um so schroffere undsieh ° re ® on ^ enm g herbeigeführt. Die Partei der Altgläubigen, zu der«nd ^ aU °^ ^ 6r Herrscher bekannte, behauptete sich im Uebergewichti!0e ^ Sc ^^ 0ss sich wenigstens in Betreff der Weise ihres Aussenlebens nurhül en ^ er an Spanien an. Die andere Partei, in diesem Punkte durchß>eh eren Einfluss von dort schon gebunden, vermochte sich dem kaumSei f ZU entzie ^ lei] - Wie weit sie sich von jener auch, ja unvereinbar,L esc jf .. treillUe1 Llieb auch für ihre Lebensform, wenn gleich nicht ohne^ Iull kuug im Einzelnen, die spanische Weise massgeblich. Nichtst ets r Rückwirkung darauf war allerdings wohl die gerade hier®'ch r . eiere > ungebundenere Gegenstellung beider Gesclilechter, welchetna Seit Frans I ., bei steigender Vorherrschaft der Weiber, bis zumi>erül° SeU ^ e ü ers chreiten der Grenze des Sittlichen fortbildete. Jedochd enß e a neh dies weit mehr nur die Anschauungsweise als solche,

,e eigentlich öffentliche, conventioneile Ausdrucksform.

Leben ° ^ a n 1 e 11 war dem Dasein im Ganzen, dem inneren und äusserenIj er dnrch Ferdinand den Katholischen seine feste Richtung gegeben.G t( j. 6111 Uolke ureigene wahrhaft ritterliche Stolz, seine Mannheit undt k*getf < T^ le ^ W * e überhaupt sein besseres Selbst, hatten mit seiner mu~hej^tgjj e ^ re Un § von Jer Oberherrschaft der Mauren und der Wieder-, Un ° ües Reichs einen neuen Aufschwung genommen. Aus solcherZeiteB ® e benden Erhebung ward es, kaum nachdem sie erfolgt, für allesjjebp i Gla ügedrückt. Schon die gänzliche Vernichtung seiner haupt-sief, ,s * e u Arbeitskräfte durch Ausrottung der Mauren und Juden stellte^üige entgegen. Die alsbald scharfe Werkthätigkeit des Ketzer-es gg^f er Inquisition beraubte es vollends jeder Schwünge und zwang^~orh ei . le C .^ SC ^ zur Umkehr. Die alte Kirche, so gestützt, -war in ihreran B e f^ SC aft " es ichert. Der Fanatismus wurde erregt, jeder GedankeaUS ^ ucm Uanne im Keime erstickt. Als Karl V. jn der,)er eits (]' w ^ hlalar das ganze Reich seinem Willen unterwarf, warder römi« 'üerwerfung unter den unbedingten Glauben an die SatzungenKirche und ihre Vertreter allseitig vollendet. Er selber