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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

Spanien , war jene an sich zumeist angemessen; doch auch der Gegenpartei entsprach sie, dieser eben in Folge ihrer durch Kampf zunehmenerhärteten inneren Strenge und Festigkeit. Beide machten sie sieh zl 'eigen, nur hier und dort je besonders bedingt. So blieb es bis aHeinrich IV. (1589), ja währte auch noch unter ihm bis zu dem glückliehen Umschwünge, den seine und seines grossen Ministers Sully Güteund weise Maassnahmen (seit 1599) in raschem Vollzüge herbeifährte.

In England wurde die Aufnahme jener Form, auch ausserdem das-man hier in diesem Punkte dem Vorgänge Frankreichs beharrlich folgte'durch die gewaltsame Wiederherstellung der katholischen Kirche du.die von Philipp verlassene Maria (15531558) noch besonders begunstigt. Mochte nun diese Form dem Sinne des Volkes auch im Ganze 11nur wenig eignen, sagte sie doch mindestens in ihren rein äusserenderungen seiner an sich kälteren, abgesehlossnercn Wesenheit, ja in eine®Grade zu, dass es sich diesen durchaus unterwarf. Selbst die sonstfreisinnige, geistreiche und heitere Elisabeth (seit 1558) vermochtesich dem zu entziehn. So schroif auch ihre Anschauungsweisedüsteren Geiste des Spaniers, ja in Allem widersprach, folgte nichtsdesto^weniger auch sie den von ihm ausgehenden starren Formen. ^ 11der Hof, und so auch das Volk wenigstens nach seiner Weise, unge aC . .seiner freien geistigen und äusseren Erhebung, die es freilich auch ^derum nur seiner Königin verdankte. ,

Die Niederländer, seit Karl V. mit der spanischen Weise be'hatten Gelegenheit diese auch in Philipp selber (15551559) noch ^kennen zu lernen. Dass er das Land für immer verliess, ändertenur wenig. Die der Margarethe von Parma von ihm beigegeKäthe, Perrenot und der strenge Granvella , deren Gefolge lill ß ernlspanische Besatzung, die ihnen zugeordnet war, gaben ihrem ^nichts nach. Dem freier gewöhnten Niederländer widersprach nunWeise vollends. So weit es in der Möglichkeit lag, suchte er *j te0frei zu erhalten. Indessen wie sich eben hier die Verhältnissesollten, konnte dies nicht von Dauer sein. Was dem Hofe näher -oder, wie namentlich der höhere Adel, zu einem engeren ^ er e ge j ne rihm geradezu genöthigt war, musste sich wenn auch gezwungen^. ^steifen Weise fügen, sich in sie hineinleben. So wurde sie ^ en ge-ständen gewohnheitsmässig näher gerückt, ihr in diesen ein ^. e jj e n.wonnen. Bis auf diesen Punkt etwa war sie im Allgemeinen g erals Alba (1567) seine Statthalterschaft antrat. Keiner war g r _

denn er, ihre Verbreitung und Festigung zu fördern. Sein b 0sscheinen verbannte sofort jedes Gefühl von Freudigkeit, jede Re 0 UD ^ ^Gemüths, erstickte jeden eigenen Gedanken. Wohin sein Blickderte er unbedingte Unterwerfung unter seine Wesenheit. ie