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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

dem Fusse genau anpassten, insbesondere dergestalt, dass sie sieb ih min schwungvoller Linie unter dem Knöchel fest anschmiegten. Man stelltesie gemeiniglich von Tuch, Seide oder Sammet (bei weitem seltner vonLeder) in den verschiedensten Farben her, und schmückte auch sie tuemit Zierbesätzen, theils mit Schlitzen und kleinen Puffen. Die Sobeliess man völlig glatt, ohne Hinterhacken anzufügen.

Das derSchaube ähnliche 0berkleid reichte anfänglich, schonbald nach Beginn des Jahrhunderts, nur noch bis zu den Knien hera >wurde aber in der Folge nichtsdestoweniger noch mehr verkürzt (Fig- - uvergl. Fig. 210). In seiner Weite blieb es abhängig von der Gcstaltun 0der Ermel des Wammses, was denn bei starker Auspolsterung derselbenmehrentheils veranlasste es bis zum Uebermaass auszudehnen. Gewöhnlieh beliess man es ohne Ermel und begnügte sich damit es, zuin Durstecken der Arme, an den Seiten aufzuschlitzen oder, was noch häufigegeschah, oben mit weiten aber sehr kurzen Schulterermeln zu versehen-Brachte man wirkliche Ermel an, machte man sie mindestens ebenso Innoals das Gewand, dabei man zuweilen auch sie inmitten zum Durchla-der Arme öffnete. Am häufigsten fertigte man es von Tuch, roitunteauch von Seide oder Sammet , und schlug es mit Einsclduss seines vornringsumlaufenden Ueberschlags nebst Kragen gänzlich mit Pelzwerk aus(Fig. 205). Wandte man (statt des Pelz werke) Zeug an, wählte ® andazu gemeiniglich einen von dem Oberzeuge (auch in der Farbe) ' eschiedenen Stoff. Ausserdem beschränkte man sich, nur noch se '^unteren Rand und die Schulterermel zu schmücken: jenen zumeistbreitem Besatz, diese theils gleichfalls nur längs dem Rande, theh 3 *ganzer Ausdehnung. Eine für den letzteren Fall ganz besonders behVerzierung bestand in einem netzförmigen Ueberzuge von goldenen, -bernen oder farbigen Schnüren, auf den Knoten mit zierlichem K nwerk besetzt. .,

Nur höchst selten zeigte sich der Spanier öffentlich ohne UebersLegte er jeneSchaube nicht an, so bedeckte er sich mit dem Ma n ^ erentweder mit der ihn ganz umhüllenden eigentlichen Mantel decke ^dem kurzen Schultermantel. Erstere war und blieb durchgängig enur eine Schutzhülle, somit auch im Ganzen einfach und schrnnc^^letzterer dagegen galt zugleich, ja recht eigentlich, als Zierstück. ^selbe (unzerschlitzt, ermellos) hatte die Gestalt einesRadmantelsviereckigem Schulterkragen, reichte zuvörderst bis zu den Knien, ^aber ebenso wie die Schaube allmälig sehr bedeutend gekürzt. ^ihn sonst reicher zu schmücken, es sei denn höchstens dass ® an voJJKanten mit schmalen Besätzen einfasste, fertigte man ihn won ^Sammet , jedoch hauptsächlich von starker Seide, und versah ihn ^(am Halse) zum Verknoten mit zwei Schnüren. Sie erhielten geleg en