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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Verordnung hervor. Sie verbot „durchaus die Verwendung von G°und Silber an Gewändern mit Ausschluss von Knöpfen in Goldar ® jdesgleichen karmesinrothe Seide, welche lediglich den PrinzessinnenPrinzen Vorbehalten blieb. Die Geistlichen, das Bürgerthum und ^Frauen der Rechtsgelehrten sollten sich des Sammts enthalten, die „Pa? endurchweg nur in Tuch mit einem einfachen gestickten Besatz von Saoder Seide gekleidet gehen, und die Handwerker nebst allen übrig^Gewerbtreibenden keine Seide tragen.“ Auch in England fuhr ma ®Aufstellung von derartigen Verordnungen fort. Hier erschien ein _artiger Erlass um 1533, in welchem man mit Vorbehalt von besonkostbaren Stoffen fiir die königliche Familie und den liöchstgesteAdel, den anderweit zu gestattenden Aufwand je nach den Jahreseinkunbemass. 1 Bereits um 1542 stellte man hier auf einem Buchtitel, a '°tirische Anspielung auf den häufigen Wechsel der Mode, eine niänn 1 ^Figur dar, welche, gleichwie zu beständigem Zuschneiden bereit, in ^Hand eine grosse Scheere und ein Bündel Tuch hält, 2 eine Verbildlich 11 ®“welche man in ähnlicher Form und gleicher Bedeutung in Frankr®und Deutschland namentlich auf Titeln von Trachtenbüchern mehrwiederholte. —
Bei der männlichen Kleidung der höheren Stände fandenLudwig XII. der viereckte weite Halsausschnitt mit untergelegtem % e ^teltem Brustlatz, der sogenannten „chemise froncee“, und dieSchlitzungen nebst Unterbauschungen die allgemeinste Verbreitung-Formen waren auch nach England übertragen worden, überhauptzur Herrschaft gelangt, dass man sich nur sehr schwer dazu verstan ^irgend wesentlich zu verändern. Am wenigsten vermochte man sichden Aufschlitzungen zu trennen. Diese erfuhren noch während der £Regierungsjahre Franz I. , durch ihn begünstigt, eine reichere Dbildung, ja bis zur Uebertreibung hin; erhielten sich auch, in ab ne 1 ädem Maasse, bis über die Mitte des Jahrhunderts. Schon eher entsman sich dazu den viereckten Halsausschnitt aufzugeben, das Warn 1115 ^zum Hals hinauf zu verlängern. Doch geschah auch dies zunächst fziemlich langsam und vereinzelt. Franz selbst war, wie es scheint, ^der ersten, der hierfür, in Nachahmung spanischer Weise, den Ton a ^ e j]sGleichzeitige Bildnisse zeigen ihn theils mit tiefausgeschnittnem, ^mit hohem, geschlossenem Wamms (Fig. 212). Zu letzteren g el, ° aBrustbild von Tizian , das seiner physiognomischen Fassung nac
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