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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
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Aufwand für Lustbarkeiten und Kleidung eher noch zu denn ah-dessen gewann dies Alles jetzt, im Vergleich mit dem Verhalten unt ® rHeinrich III. ein entschieden anderes, freieres, beweglicheres und, 8gesehen von dem gleich faulen Kern, nur aus sich heraus betrach >selbst liebenswürdiges Gepräge, wie solches eben die sonst so trefftWesenheit des Königs mit sich brachte. Der Aufwand ging von
Damen aus und bezog sich fast nur auf sie. Die Lustbarkeiten
wurden
lieb-
hauptsächlich entweder von ihnen veranstaltet, oder zu ihrerkeit, ihnen zu Ehren unternommen. So auch verhielt es sich im G 8I,zeI1
mit dem Aufwande in der Kleidung. Derselbe äusserte sich vorn
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vor'
sich
nur innerhalb der vornehmen Damenwelt und unter den Männernwiegend bei denen, deren wesentlicher Zweck war diese Welt fürzu gewinnen. Sie aber, nicht nur miteinander wetteifernd, suchtenlegentlich selbst die Damen an Kostbarkeit zu überbieten. Zur 0dauernden Steigerung des Aufwands in der weiblichen KleidungHeinrich IV. selber mit bei. Er liebte dass seine Maitressen stets
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reichste und geschmackvollste erschienen. Die anderen Damen beeffe 1 '®sich, es ihnen möglichst gleich zu thun. Pierre de l'Etoile sah bei einSticker in Paris einen kostbaren Stoff, welchen Frau de LiancoH^ ^neunzehnhundert Thaler bedungen hatte. Und doch war dies nur e ’ 1 ^Kleinigkeit gegen die Summe, welche der Marschall von BassoWp e ^für einen Anzug ausgab, den er sich bei Gelegenheit der TaufeDauphins fertigen liess. Er verwendete dazu einen violetten Goldstoff 10 ,ineinander verflochtnen Palmzweigen, und zur Verzierung fünfzig * ^Perlen. Die Stickerei allein kostete sechshundert, das ganze Kleid 8nicht weniger denn vierzchntausend Thaler. Der König selber h* elsich im Allgemeinen zwar stets geschmackvoll, jedoch Verhältnis»® 8 “^einfach. Wenn er sich einmal reicher schmückte, geschah dies J ®nur ausnahmsweise, bei besonderen Vorkommnissen oder seinen ” azu Liebe. Er war viel zu grossdenkend, als dass er auf seine 8UsBAusstattung zu hohen Werth hätte legen sollen. Als man ihm nachSchlacht bei Coutras (1587) den kostbaren Anzug des im Kampf c Btödteten Herzogs von Joyeuse, seines Gegners, überbrachte, äusse 1 ®
„ü ne convient qu’ä des comcdiens de tircr vanite des riches ,qu’ils portent.“ —
Während die beständige Steigerung des Aufwands lediglich vo®ausging und durch ihn unterhalten wurde, fuhr die Regierung 11,1gesetzt in dem fruchtlosen Bemühen fort, Verordnungen dagegen zUlassen. Den Bestimmungen Heinrichs II. fügte Karl IX. gle® g rseinem Regierungsantritt, im Jahre 1560, eine völlig neue hinz®^ ^
verbot allen Unterthanen vergoldetes Eisen, Blei und Holz, gleich' 11
welchen Zweck, zu verwenden, und sich des vom Auslande eingei
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