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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
und wide.s nnigen Ucbertreibungen, wie Heinrich III. aufbraclite, füglich
auf .sich bei oben liess. IFer setzte sich die alte Anschauung von
der
Erhabenheit der Person des Herrschers sammt allen damit verbundenenAeusseriichkeiten urgeschwücht fo v t. Sie wurzelte in dem Grade t ,e >da,-.s selbst den neunjährigen Eduard VI. die vornehmsten Kronbeaffltenbei der Tale- 1 kiroend bed : erten, was den Königen von Frankreich g e S e "über nicht einmal mehr die Pagen thaten. Nicht minder blieb am engliseben Hofe der gesellige Verkehr beider Geschlechter ziemlich begrenzt -Der kirchliche Begiifi der Ehe zog demselben festere Schranken, bninwieweit man sie auch überschritt, vermochte doch eine auch nur annähernd ähnliche offenkundige Weiber- und Maitresscnwirthschaft, wie 111Frankreich , nicht zu gedeihen. Beides, besonders die Fortdauer der alte 11strengen Hofetiquette, trug vorzugsweise dazu bei der Tracht im Ganz enmehr das Gepräge gemessner Steifheit zu erhalten. Sonst aber Hesses ebensowenig, wie in Frankreich , an Aufwand fehlen, so dass man aucvon dem englischen Adel, wie von dem französischen sagen konnte, <- rtrage sein ganzes Besitzthum zu Schau. Unter Eduard VI. freilich (h ,s1553), wo die Gemüther einerseits die völlige Durchführung der Bef° rmation, andrerseits vielfache Missstände, Theurung, steigender Mangel 3,1Arbeit und bedrohliche Unruhen der Landbevölkerung tief bewegten, UI1während der kurzen aber blutigen Herrschaft der katholischen Maria (h |s1558), hielt man wohl in diesem Punkte im Allgemeinen noch mehr 211rück. Indessen nachdem Elisabeth den Thron eingenommen hatte 1111die Zustände sich wendeten, nahm auch der Aufwand mit Schnell'? 1 ^zu. Sie selber liebte äussere Pracht und war, bei aller Hoheit ^Geistes, immerhin Weib und eitel genug solche Pracht auch fü rAusstattung ihrer Person zu beanspruchen. Ihre Kleidung war stets^
wählt und mit dem noch sonstigen Schmuck, bei zumeist höchster
Kost-
barkeit, gleichsam auf Herzenseroberung berechnet. Bei einer Audi eI ^’
welche sie dem französischen Gesandten, dem Marschall von Biro^i
theilte, trug sie ein Kleid, daran hundert Personen drei Wochen bind 1117 0 7 . vignß
gearbeitet hatten. Und nach ihrem Tode fanden sich nicht wenige 1 ^
dreitausend Anzüge vor. — In Aufstellung von Aufwandgesetzen
eigentlichen Kleiderordnungen verfuhr man mässiger als in Frank rCI
Im Ganzen liess man es wohl bei der Verordnung Heinrichs V0'
ruhen, und beschränkte sich mehr darauf, gewissermassen sie erga llzC 'über Vereinzeltes zu bestimmen. Diese Bestimmungen verloren slC ^ jjmeiniglich sehr ins Kleinliche. Nächst dem Verbot der äusserstabgestumpften Fussbekleidung seitens Maria , betrafen sie unter d>®^Königin als auch unter Elisabeth mehrentheils die Kopfbedeckung)unter Elisabeth ausserdem die hohen ltockkrägen und langen ^ e °j erAuf die Form der Kopfbedeckung als unterscheidendes Merknia