A. Tracht. England u. Frankreich . Kleidung der Männer (1589 1600). 579
Schnitte musste man, wollte man nicht der nun herrschenden öffent-lichen Meinung verfallen, alles meiden was dem früheren weibischenStutzerthum aneignete. Heinrich IV. selbst kleidete sich, wie ihn einBüdniss von Porbus darstellt (Fig. 224), in Form und Farbe wiederumnach italischem Geschmack, und führte so durch sein eigenes Bei-tel die Bekleidung überhaupt, auch in Anbetracht ihres Wechsels, aufein der Männlichkeit entsprechendes, ernster gestimmtes Maass zuruck.An Stelle der Buntheit und lichten Töne trat allmälig in weiterer Ver-eng eine einfachere und dunklere Färbung, vorzugsweise Schwarz,
Grau, Braun, Dunkelroth und
Fig. 221.
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halb e ^° nso ’ die nunmehr jedoch seltner wurden. Die vorn ganz(thei] 3 j. Sßöffneten Hängeermel behielt man bei. — Die schmalenK „ nt enar %en) Wülste unter den Hüften verschwanden gänzlich,^^rsche^i langen und weiten kugelig oder eiförmig gepolsterten
durch von e ; h ° sen fand en zwar fortgesetzt Anwendung, wurden jedoch;s d : g , e ’ weite, zumeist unwattirte, faltige Kniehosen zuneh-tle ben 2 j ran &f (Fig. 224). Auch kamen zu Ende des Jahrhunderts da-> sch, e r f lich faiteni °s* unten offene Kniehosen mit einem Randschmuckic h v 0n cl e en ^ €rk aUf ( ' Fig ' 223 ^ Diese F ° rm ging höchst wahrschein-en Niederlanden aus (s. unt.) Die ganzen gestrickten Bein-
Violett, mit Weiss und anderenhellen Farben eben nur nochsparsam untermischt.
Das Wamms ward ange-messen erweitert, nicht mehrvoll straff auswattirt oder eng-anschliessend geschnürt, und(mit Aufgeben des Spitzbauches)der Biegung der Taille ange-passt. Den die Taille umziehen-den Vorstoss verlängerte mangelegentlich wieder zu einer Artvon Schossklappen, später auchzu wirklichen Schössen. Diemit Fischbeinstäben durchsteif-ten Unterziehleibchen verlorensich. Die Ermel beliebte manim Ganzen eher mässig knappals weit, ohne besondere Wat-tirung; die Achselklappen ziem-lich schmal und den Schul-tern anschliessend; die Schul-