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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
trägt. Die Alten gebrauchten sich schlechter Bekleidung; ihre Tüchermachten sie selbst, etliche halb Leinen, halb Wolle, etliche ganz wollenund grob. Aber dieser Zeit ist kein Land der Ilelvetien oder Wgenossenschaft in Köstlichkeit der Kleider zu vergleichen. Gold, SilbeDSammet und Seide ist allen Ständen eine gemeinsame Tracht; d azUbringen die Kriegsleut allezeit etwas neuer Sitten aus fremden Krieg eD ’auch gewöhnlich etwas neuer Plagen und Lastern, als böse Blat terD>Gotteslästern, Brüne, Zusaufen, Kleider zerhauen (aufzuschlitzen) u. s -mit.“ — Ueber die Deutschen selber aber bemerkte in eben die= eBeziehung Sebastian Francken 1 : «Die Kleidung ist alle Tagnicht von Dauer. Noch bei Menschen-Gedächtniss trug man spitze » cmit langen Schnäbeln, kleine enge kurze Kleider, und Kappen mit ZotteDJetzt ist alles anders und umgekehrt, weit, gross, die Schuh rund maulicht. Die Weiberkleidung ist jetzt köstlich, aber erbarer gc® aund wenig zu tadeln, ausgenommen den vorwitzigen Ueberfluss.“
Dieser Umschwung in Deutschland begann, wenngleich volksthuWbesonders bedingt, durchaus ähnlich wie die gleichzeitige WandluUoden westlichen Ländern: Man behielt theils die gewohnten Formen \
Beginn des Jahrhunderts) noch länger fast unverändert bei, theils sU
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man sie von vornherein im Verfolg der Geschmacksrichtung fortzug« ta
Die Männer gingen darin voran oder vielmehr behaupteten sich m
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Stellung als Tonangeber. Während sich unter ihnen die älterenmindestens bis gegen den Schluss der zwanziger Jahre fortsetzten234 a — d; vergl. S. 228 ff.), schritten sie andrerseits zu mannig 1
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Neuerungen vor. Hierbei ausgehend von der dafür vorzüglich geeh>Aufschlitzung und Bauschung, betrafen solche zuvörderst hauptsadas Wamms und die Beinbekleidung, jedoch auch sehr bald in zunmendem Grade jeden noch sonstigen Theil der Tracht. j], r
Vor allem war es die kurze enganschliessende Jacke mitbereits eigenen Aufschlitzungen an den Ermeln, daran man sich i® ,terem bethätigte (Fig. 234 d). Man beschränkte sich nicht mehr ^nur diese Schlitze nebst ihren Unterbauschungen als Mittel £ r0= ffe _Bequemlichkeit höchstens noch schmuckvoller und mannigfaltiger zü ^ e .stalten (Fig. 234 c), sondern begann auch das davon unberührter S®bene eigentliche Leibchen mehrfach demähnlich zu behandeln. ^ a ^g edem aber übertrug man diese Art der Ausstattung auch auf da»
ich
• 1 /I ja
1 Chronica, Zeitbuch und Geschichtsbibell von anbegyn bis inwertig 1531 jar etc. durch Sebastianum Francken von Word. 15 ‘ gef'ward das Werk mehrfach unter dem Titel „Weltbuch“ aufgelegt); ver ^jj gB )eB>mania. Von des gantzen Teutschlands, Teutschen Vülcker Herkonnne®’^ ge-Händeln, guten und bösen Thaten etc. Auffs new mercklich gemehret ®bessert durch Sebastian Francken von Word. 1539.